Rust

Die Gemeinde feiert den Einzug ins neue Rathaus

Klaus Fischer

Von Klaus Fischer

Do, 16. Mai 2019 um 07:05 Uhr

Rust

Der Einzug der Verwaltung ins neue Ruster Rathaus wurde am Mittwoch gefeiert. Bürgermeister Kai-Achim Klare: "Ein Stück Heimat wurde geschaffen".

Wenn Oliver Faas, der Architekt des runderneuerten Ruster Rathauses, noch auf ein Sonderlob gehofft hatte, gestern Nachmittag in der Feierstunde zur Eröffnung bekam er es. "Es trifft meinen Geschmack, gute Arbeit", befand Max Schlenk. Der 78-jährige Ettenheimer mit Wurzeln in Rust ist der Architekt des Vorgängergebäudes, das 1972 in Dienst gestellt wurde. Aus dem Stahlbetonbau von einst sind nur noch die tragenden Säulenelemente geblieben. Sie bildeten das Gerüst für das zeitgemäße Verwaltungsgebäude, das in zwei Jahren Bauzeit entstanden ist.

Vier Millionen Euro hat das Projekt verschlungen, das mit 1,5 Millionen Euro aus dem Städtebaufördertopf des Landes subventioniert wurde. Zum Vergleich: Max Schlenk hatte vor rund 50 Jahren für 1,5 Millionen D-Mark den Bau erstellt. Damals wie heute war über das Vorhaben in der Planungsphase leidenschaftlich diskutiert worden. Ein moderner Stahlbetonbau neben dem ehrwürdigen Ruster Schloss passe nicht, dazu geplant von einem nicht einmal 30-jährigen Architekten, war um 1970 da Thema.

Beim neuen Projekt war es der Standort. Stadtplaner, Verwaltungsspitze und Gemeinderat hatten schon einen Neubau in Nachbarschaft zum geplanten Bürgerhaus im Visier, als sich aus der Bürgerschaft Protest meldete und das Projekt schließlich neu gedacht wurde. Ergebnis: Das Rathaus bleibt am alten Standort. Hier bleibt es neben der Kirche identitätsstiftend, hier steht es weiter in der Ortsmitte, hier erfüllt es seine Funktion als ein Stück Heimat, erklärte in seiner Eröffnungsrede am Mittwochnachmittag auch Bürgermeister Kai-Achim Klare.

Voraussetzungen für das Arbeiten einer Verwaltung

Der funktionale, lichtdurchflutet Bau, biete durch seine neue Gestaltung von Räumen und Arbeitsmöglichkeiten jetzt alle Voraussetzungen für das Arbeiten einer modernen Verwaltung, befand der Bürgermeister. Dies sei zum einen das Ergebnis, dass die Nutzer, nämlich die Rathausmitarbeiter unter der Projektleitung von Melanie Grass vom Bauamt und IT-Spezialist Jörg Schaub, von Anfang an am Planungsprozess beteiligt waren. Zum anderen seien die beiden Planungsbüros Oliver Faas (Gebäude) und Christine Krautwasser (Innenarchitektur) stets kooperative Partner gewesen, so Klare weiter. Klare: "Entstanden ist ein Ort des Austausches und der Begegnung, ein Ort, an dem Gemeinschaft mit dem Bürger gelebt wird".

Nach Grußbotschaften vom Architekten Oliver Faas, von Karl-Heinz Debacher als Sprecher des Gemeinderats, in dessen Auftrag er eine Fotografie von Bernhard Rein, die Bürgermeister Kai-Achim Klare als Kirchenschweizer neben Pfarrer Michael Gartner zeigt, an den Hausherren überreichte, gaben die beiden Ortsgeistlichen Michael Gartner (katholisch) und Jörg Herbert (evangelisch) dem Haus den kirchlichen Segen. Danach war für die Rusterinnen und Ruster ihr neues Rathaus zur Besichtigung freigegeben. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Musikkapelle Rust