Umsatzausfälle

Die Kreiskliniken Lörrach zahlen ihren Pflegekräften keine Corona-Prämie

Daniel Gramespacher

Von Daniel Gramespacher

Mi, 05. August 2020 um 06:31 Uhr

Lörrach

Pflegekräfte der Kreiskliniken Lörrach hatten auf eine Prämie gehofft. Doch jetzt sollen keine Mittel dafür da sein. Die Klinikleitung ist über die Bundesregierung enttäuscht.

Die Lörracher Kreiskliniken zahlen ihren Pflegekräften wie die meisten Krankenhäuser in Baden-Württemberg keine Corona-Prämie. "Uns stehen dafür keine Mittel zu Verfügung", sagt Pressesprecherin Marion Steger auf Anfrage. Es fehle eine Gegenfinanzierung. Zudem hätten die Kliniken zusätzliche Umsatzausfälle zu verkraften. Denn in der Hochphase der Corona-Pandemie wurde verordnet, dass die Krankenhäuser ihren Betrieb weitestgehend herunterfahren.

Honorierung soll geprüft werden

Die Kreiskliniken, die die Kreiskrankenhäuser in Lörrach, Rheinfelden und Schopfheim sowie das St. Elisabethen-Krankenhaus betreiben, wollen nun prüfen, ob und in welcher Form sie den Einsatz ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter honorieren können. Dass diese besonders während der Hochphase der Pandemie Herausragendes geleistet haben, steht für die Geschäftsführung außer Frage. Dies sollte auch in finanzieller Form honoriert werden, sagt Marion Steger.

Enttäuscht sind die Kreiskliniken darüber, dass die Bundespolitik ihr Versprechen, die Prämie zumindest teilweise zu finanzieren, nicht einhalte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte versprochen, sich persönlich für Zusatzleistungen einzusetzen. Corona-Prämien gibt es aber fast nur in der Altenpflege.

Verweis auf "besorgniserregende Zustände"

Das Landessozialministerium räumt eine Gerechtigkeitslücke ein – in der Altenpflege wurden 500 Euro mit dem Juli-Lohn überwiesen. Es schiebt aber den schwarzen Peter zurück und verweist darauf, dass die Unterstützung des Bundes ausbleibe.

Der Betriebsrat der Kreiskliniken hatte sich mit den Betriebsräten anderer Häuser in einem offenen Brief an Spahn gewandt. Darin wird eine "lückenlose Refinanzierung" der Verluste durch die Pandemie in den Krankenhäusern gefordert sowie gerechte Bonuszahlungen für Krankenhaus- und Heimbeschäftigten. Es wird auf "besorgniserregende Zustände" verwiesen und für "eine gut aufgestellte Versorgung" geworben.