Immobilienkompass

Die Mieten in Basel sind hoch – und sie bleiben es

Michael Baas

Von Michael Baas

Sa, 01. Mai 2021 um 16:08 Uhr

Basel

Wohnen in Basel und seinem direkten Umland ist und bleibt teuer. Zu dem Fazit kommt der neue Immobilienkompass der Basler Kantonalbank.

Zwar entspannt sich die Lage laut der Basler Kantonalbank durch die rege Bautätigkeit der vergangenen Jahre und das damit größere Wohnungsangebot inzwischen leicht. Angesichts der hohen Nachfrage bleiben die Mieten und die Immobilienpreise aber hoch.

Die in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Informations- und Ausbildungszentrums für Immobilien (IAZI) für Investoren und Anleger erstellte Analyse ermittelte für die vergangenen zwei Jahre im Schweizer Teil des Ballungsraumes, der bis weit in den Jura und das aargauische Fricktal reicht, zwar nur noch leicht steigende oder sogar konstante Mieten. Das Ausgangsniveau aber bleibt hoch. Es liegt laut der Studie für die genannte Region bei einem Durchschnitt von 200 Franken im Jahr pro Quadratmeter.

17 Euro pro Quadratmeter

In weiten Teilens Basels und Riehens steigt dieser Wert sogar auf mehr als 220 Franken pro Jahr. Letzteres entspricht einer Monatsmiete von 18,33 Franken pro Quadratmeter oder umgerechnet etwa 17 Euro. Hierzulande liegt das Mietniveau in Lörrach bei Bestandsmieten der kommunalen Wohnbaugesellschaft oder Baugenossenschaften dagegen noch zwischen sechs und sieben Euro, bei Neubauwohnungen aber auch schon deutlich über zehn Euro.

Immobilieninvestoren und -eigentümer dürften der Entwicklung zwar vor allem positive Facetten abgewinnen. "Basel bleibt für Immobilienanleger attraktiv", heißt es in der Mitteilung der Kantonalbank denn auch. Mieter und Mieterinnen bewerten das vermutlich anders. Sie zahlen viel und finden schwer Alternativen: So stehen in der auch als Nordwestschweiz bezeichneten Region laut des Immobilienkompass’ nach wie vor weniger als 1,5 Prozent der Wohnung leer, in Basel-Stadt sogar unter einem Prozent. 2017 betrug diese Leerstandsquote, also der Anteil am Markt verfügbarer Wohnungen, im Stadtkanton indes nur 0,5 Prozent, 2013 sogar nur 0,2 Prozent. Damals war auch von akutem Wohnungsmangel die Rede.

Viele neue Wohnungen

Davon spricht so inzwischen niemand mehr – zumal der Wohnungsbau in Basel, aber auch im Umland in Baselland seit 2014 kontinuierlich forciert wurden. 2019 wurde in Basel-Stadt mit 865 neuen Wohneinheiten sogar der höchste Wert seit 1981 gemeldet, 2020 waren es noch 607 neue Einheiten, von denen etwa die Hälfte private Investoren finanziert haben. Diese neuen Spielräume aber werden auf der anderen Seite durch den anhaltenden Zuzug weitgehend egalisiert.

Allerdings wird wegen der knappen Flächenressourcen in Basel-Stadt und seinen Vororten zunehmend in der Peripherie gebaut. Das heißt, die Zersiedelung schreitet voran und setzt Raum-, Stadt - und Verkehrsplanung unter Druck. So sei die Anzahl bewilligter Baugesuche in den letzten zwei Jahren im aargauischen Teil der Region etwa im Fricktal oder in Laufenburg teils um mehr als zehn Prozent gestiegen, schreibt die Kantonalbank. Vergleichbar ist die Entwicklung in Unterzentren in Baselland wie Laufen, Sissach, Arlesheim, Aesch oder dem Basler Vorort Birsfelden. Auch da prognostiziert die Bank für die nächsten Jahre auf Basis der Baubewilligungen ein teils um mehr als 13 Prozent wachsendes Wohnraumangebot; für Basel-Stadt wird das Plus dagegen nur auf ein bis drei Prozent beziffert.

Marktwert um 60 Prozent gestiegen

Entsprechend teuer oder – aus Eigentümer- und Anlegersicht – attraktiv sind Wohnimmobilien in Basel-Stadt. Der Marktwert pro Quadratmeter lag 2020 mit 5380 Franken rund zehn Prozent höher als im Umland und mehr als 60 Prozent höher als 2010. Und eine Trendwende erwartet die Bank nicht: Da Basel als Wohnort beliebt sei und Wohnraum knapp bleibe, dürften sowohl Immobilienpreise als auch Mieten weiter steigen.