Psychologie

Die Uni Basel befragt die Schweizer zur Belastung durch Corona-Stress

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 12. November 2020 um 15:06 Uhr

Basel

Eine erste Studie im Frühjahr hatte ergeben, dass die Hälfte der Befragten durch Corona gestresster ist. Die Forscher gehen davon aus, dass es im Herbst und Winter noch deutlichere Effekte gibt.

Die erste Pandemiewelle hat viele Menschen in der Schweiz psychisch stark belastet, wie eine Umfrage der Universität Basel gezeigt hat. Nun rollt die zweite Covid-19-Welle inmitten der dunklen Jahreszeit. Wie sich die erneut hohen Infektionszahlen und Einschränkungen des Alltags auf die Psyche auswirken, untersucht eine weitere Umfrage im Rahmen der "Swiss Corona Stress Study", schreibt die Universität in einer Pressemitteilung.

Im Frühjahr boten die bevorstehenden Sommermonate einen gewissen Lichtblick, der Aktivitäten im Freien und Hoffnung auf sinkende Infektionszahlen versprach. Mit der zweiten Covid-19-Welle nun zu Beginn des Winters sind abermals Maßnahmen in Kraft getreten, die insbesondere das Sozialleben stark einschränken. Ein Ende ist nicht absehbar, was für viele erneut eine große Belastung darstellen dürfte. Die möglichen psychischen Folgen rücken daher auch bei den Gesundheitsbehörden vermehrt in den Fokus.

Teilnehmen können alle, die in der Schweiz leben

Den Konsequenzen für das psychische Befinden der Schweizer Bevölkerung gehen Forschende um Professor Dominique de Quervain von der Universität Basel mit einer zweiten Befragung im Rahmen der "Swiss Corona Stress Study" auf den Grund. Die anonyme schweizweite Online-Umfrage dauert etwa 20 Minuten und ist auf Deutsch, Französisch und Italienisch verfügbar. Sie richtet sich an alle Menschen, die in der Schweiz leben und älter als 14 Jahre sind.

Neben Fragen zu Stress und depressiven Symptomen, die einen Vergleich zu den früheren Umfragen erlauben, enthält die neue Erhebung auch Fragen zu den aktuellen Maßnahmen und deren Konsequenzen. Ziel ist, mögliche Veränderungen im Vergleich zum Frühjahr aufzuspüren und Strategien zu identifizieren, mit denen die Bevölkerung sich gegen psychische Auswirkungen wappnen könnte. Die Studienergebnisse und die daraus folgenden Schlüsse stellen die Forschenden den Gesundheitsbehörden zur Verfügung.

Depressive Symptome nehmen zu

Die erste Umfrage der "Swiss Corona Stress Study" hatte ergeben, dass der Lockdown im Frühjahr zu unterschiedlichen Reaktionen führte. Während die Hälfte der Befragten entweder keine Veränderung oder gar eine Reduktion im Stressempfinden angab, führte der Lockdown bei der anderen Hälfte zu einem Stressanstieg. Die Häufigkeit schwerer depressiver Symptome hatte im Lockdown zugenommen und blieb auch in der Zeit der teilweisen Lockerungen erhöht.