Frankfurt

Die Zukunft der Automesse IAA ist zweifelhaft

dpa

Von dpa

Mi, 11. September 2019 um 20:18 Uhr

Wirtschaft

Ausstellerschwund, Kritik am Konzept – die Ausstellung ist ein Spiegelbild der Branchenlage. Jetzt steht die jahrzehntealte Institution auf dem Prüfstand.

Für die deutsche Autobranche läuft es derzeit nicht rund: Die Konjunktur entwickelt sich schleppend, die Akzeptanz des Autos nimmt in manchen Gesellschaftsgruppen ab, der Absatz von Elektroautos will nicht recht in Gang kommen – und jetzt steht selbst die jahrzehntealte Institution der Automesse IAA auf dem Prüfstand.

Schon vor der offiziellen Eröffnung durch Bundeskanzlerin Angela Merkel am heutigen Donnerstag wird unter Herstellern und Veranstaltern ein neues Messekonzept mit wechselnden Veranstaltungsorten wie Köln oder Berlin diskutiert. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) bestätigte als Veranstalter, dass man für die IAA verschiedene Optionen prüfe. "Über Entscheidungen sprechen wir dann, wenn das Konzept steht", sagte Verbandssprecher Eckehart Rotter.

Die IAA steht in diesem Jahr nach zahlreichen Absagen früherer Aussteller massiv unter Druck. Dieses Mal fehlen etwa Fiat, Peugeot, Citroën, Nissan, Tesla, Toyota und Volvo, die deutschen Hersteller haben ihre Stände massiv verkleinert. Ein Vertrag zur Fortsetzung in den kommenden Jahren besteht nicht, wie VDA und Messe Frankfurt bestätigen. Umweltaktivisten wollen am Wochenende gegen die Klimabelastung durch das Auto protestieren, wenn die Messe ihre Tore für die breite Öffentlichkeit öffnet.

Einige Veranstalter äußerten sich bereits während der Messe kritisch. "Es gibt keine Bestandsgarantie", sagte etwa BMW-Finanzvorstand Nicolas Peter. Opel-Chef Michael Lohscheller hatte konkrete Verbesserungsvorschläge. Er will während der Messe die gezeigten Autos verkaufen können. Auf Dauer werde es nicht reichen, Neuwagen zu zeigen.

Fast wirkt die Krise der Messe wie ein Abbild der Branchenlage. Es knirscht im Getriebe des wichtigsten deutschen Industriezweigs, auch abseits von aktuellen Absatzproblemen in China und Europa. Viele Verbraucher können sich mit der elektrischen Verkehrswende noch nicht anfreunden.