Wahlkampf in Lahr

Ein Kandidat bittet zur Sprechstunde bei "World of Warcraft"

Karl Kovacs

Von Karl Kovacs

Di, 10. September 2019 um 18:00 Uhr

Lahr

Sprechstunden bei Facebook waren gestern: Jürgen Durke, einer der fünf OB-Kandidaten in Lahr, machte nun Wahlkampf in der digitalen Parallelwelt des Online-Spiels "World of Warcraft".

Sie sind derzeit fast überall in der Stadt anzutreffen, die fünf wackeren Wahlkämpfer, die sich das Büro von Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller am 22. September sichern wollen. Sie stehen an Ständen in der Innenstadt, vor Supermärkten, verteilen Flyer, schreiben Posts auf Facebook und klingeln an den Türen in den Ortsteilen, um für sich und ihre Programme zu werben. Den Preis für den ungewöhnlichsten Ort für einen Wahlkampftermin – so viel ist schon eineinhalb Wochen vor dem Urnengang glasklar – schnappt sich Jürgen Durke.

Treffpunkt war bei Mondbrunnen in Auberdine

Wer am Dienstag mit dem Kandidaten über die brennendsten Themen in der Stadt diskutieren wollte, musste an einen besonderen Ort: zum Mondbrunnen in Auberdine.

Wer diesen irgendwo in der Innenstadt vermutete und losging, ist wohl bis jetzt nicht angekommen. Die Destination liegt nämlich nicht in der realen, sondern in der virtuellen Welt des World Wide Web – abgekürzt WWW. Genauer gesagt: bei WoW. Millionen von Gamern werden diese drei Buchstaben ein Begriff sein. Für alle anderen: Es handelt sich um "World of Warcraft", eines der erfolgreichsten Massen-Mehrspieler-Online-Rollenspiele der Welt.

Ob Interessierte bei all den Druiden, Hexenmeistern, Jägern, Mönchen, Orcs, Zwergen, Elfen und Trollen, die sich in der digitalen Parallelwelt rumtreiben, Jürgen Durkes Charakter "OBKandidat" am genannten Treffpunkt gefunden haben, ist indes nicht überliefert. Um ehrlich zu sein: Die Zocker in der Redaktion haben es nie über das erste Level bei Super Mario hinaus geschafft.