Eine unschlagbar attraktive Kombination

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Di, 24. Januar 2023

Lörrach

Als Publikumsmagnet erwies sich das Neujahrskonzert in der Kirche St. Bonifatius mit Musik für Trompete und Orgel. Es war ein glänzender Auftakt für die Konzertreihe "Con Boni".

Mal strahlend und klangprächtig, mal kantabel und besinnlich waren die Stücke, mit denen der Trompeter Jochen Weiss aus Lörrach und Kantor Andreas Mölder an der Orgel das Kirchenmusikjahr der katholischen Kirchengemeinde eröffneten. Mölder freute sich, dass die Reihen bei diesem Neujahrskonzert so vollbesetzt waren und so viele Zuhörer kamen, dass Programmhefte nachgedruckt werden mussten. Von Barock bis Tango reichte der weite Bogen, den das Duo spannte. Es erwies sich einmal mehr, dass das Instrument der Könige und die Königin der Instrumente eine unschlagbar attraktive Kombination abgeben.

Mit der Sonate D-Dur von Johann Christoph Pepusch eröffneten Weiss und Mölder ihren Auftritt glanzvoll im Zusammenspiel. Weiss entfaltete mit brillantem, klar fokussiertem Ton und lupenreiner Intonation auf der Piccolotrompete barocken Glanz, Strahlkraft und Pracht. Differenziert gestaltete er mit seinem Orgelpartner die lebhaften Allegro-Sätze, das tänzerisch-bewegte Menuett und die sanglich-ruhigen Mittelsätze. Barockmusik vom Feinsten erklang auch in der Sonate von Pietro Baldassare, in der Weiss und Mölder in den virtuosen Ecksätzen voller Schwung die Wirkungsmacht, Bravour und Brillanz von Trompete und Orgel vorführten. Im langsamen Grave beeindruckte der Trompeter durch seinen schönen Ton und die ruhig und sicher geführte Trompetenstimme.

Den Barockteil bereicherte Andreas Mölder mit einer weihnachtlichen Pastorale von Bach, einer mehrteiligen Hirtenmusik, in der er feinfühlig die Farben und atmosphärischen Stimmungen der Orgel zur Geltung brachte. Mal lieblich, bezaubernd und sanft, mal lyrisch, mal freudig-fröhlich klangen die Sätze dieser Hirtenmusik, die Mölder nuanciert und farbenreich in den Registern darstellte.

In eine andere Klangwelt führte die "Milonga del Angel" von Astor Piazzolla, die das Duo in einer Bearbeitung von Edward H. Tarr spielte. Jochen Weiss griff zum Flügelhorn, dessen warmer, weicher Klang sehr schön zu diesem "Tanz des Engels" passte. Mit großer Klangintensität, bewegender Melancholie, aber auch dramatischen Effekten spielten Weiss und der prägnant an der Orgel agierende Andreas Mölder diese rhythmisch suggestive Tangokomposition.

Nach dieser eindringlichen Milonga, die mit ihrer Mischung aus Wehmut und packender Tangostimmung berührte, folgte ein weiteres bewegendes Stück aus dem 20. Jahrhundert: "Prayer of Saint Gregory" von Alan Hovhaness. Es begann kontemplativ, bevor sich der Trompetenklang überaus innig und dann immer dynamischer in erhabener Größe und leuchtendem Strahlen über dem Orgelklang erhebt: ein klingendes Gebet voller Kraft, Innigkeit und Intensität.

In zwei Solo-Orgelstücken zum 200. Geburtstag des belgischen Komponisten Jacques-Nicolas Lemmens konnte Mölder die faszinierende Klangvielfalt und unterschiedliche Facetten der Jann-Orgel entfalten. In dem Wiegenlied Berceuse zauberte er schwebende, zarte, sanfte Klänge in fein getönten Farben, in der Fanfare trumpfte er klangmächtig, aufbrandend, majestätisch, mit Verve und Energie auf und zeigte, dass die Orgel in den Registern auch "Trompete" kann.

Zum Abschluss glänzten Jochen Weiss an der Piccolotrompete und Andreas Mölder an der Orgel im prachtvollen barocken Concerto C-Dur von Albinoni mit Virtuosität, Glanz und höchst inspiriertem, technisch blendendem Duospiel. Auch in der Zugabe, der Ouvertüre aus der D-Dur-Suite von Händel, blieben die beiden Musiker im Barock. Verbunden war der Hörgenuss mit einem guten Zweck. Zwei Initiativen werden durch die Spenden unterstützt: zum einen die "Mirno More"-Friedensflotte, ein Segelprojekt für sozial benachteiligte Jugendliche, zum anderen "Betterplace", ein Hilfsprojekt für einen vierjährigen Jungen im Rollstuhl.