Grenzwerte

Interview mit Nanotoxikologen zu Gesundheitsgefahren durch Feinstaub

Astrid Mayer

Von Astrid Mayer

Mo, 06. März 2017 um 10:29 Uhr

Freiburg

Der Nanotoxikologe Richard Gminski erforscht mit seiner Arbeitsgruppe an der Uniklinik umweltbedingte Gesundheitsrisiken und macht Vorschläge zur Prävention.

Feinstaubemissionen und Stickoxidbelastung durch den Straßenverkehr gefährden trotz unterschrittener Grenzwerte die Gesundheit, in vielen Städten werden Fahrverbote diskutiert.

BZ: Was hat die Nanotoxikologie, mit der Sie sich am Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene speziell befassen, mit Feinstaub zu tun?
Richard Gminski: Wir beschäftigen uns am Institut mit den möglichen Gefahren für Gesundheit und Umwelt durch winzig kleine Partikel. Dazu gehört auch der Ultrafeinstaub, der ein Teil des Feinstaubs ausmacht. Potenziell gefährlich macht den Ultrafeinstaub vor allem die geringe Größe. Die Teilchen, mit weniger als 0,1 Mikrometer Durchmesser kaum größer als ein Virus, können tief in das Lungengewebe eindringen und von dort aus sogar bis in den Blutkreislauf gelangen.

BZ: Wir haben ja in Freiburg Glück: Die Werte für Feinstaub liegen meistens unterhalb der EU-Grenzwerte.
Gminski: Einerseits ist an den deutschen Messstationen bei Feinstaubkonzentrationen ein deutlich abnehmender Trend zu verzeichnen. Andererseits spiegeln Grenzwerte ja nicht wirklich die aktuelle Gesundheitsgefahr wieder. Bei Grenzwerten handelt es sich nämlich um politisch ...

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