Stadt Gengenbach fühlt sich gut aufgestellt

Hubert Röderer

Von Hubert Röderer

Mi, 15. Januar 2020

Gengenbach

Neujahrsempfang: Bürgermeister Erny wirft den Blick nach vorn.

GENGENBACH. "Wir wollen Gengenbach weiterentwickeln", sagte beim NeuJahrsempfang der Mann, der im Vorjahr bei der Bürgermeisterwahl mit satten 97 Prozent viel Zustimmung aus der Bürgerschaft für eine zweite Amtszeit erhalten hat. Und Thorsten Erny fügte in der Stadthalle am Nollen, im Beisein auch von Gästen aus der elsässischen Partnerstadt Obernai, optimistisch hinzu: "Ich denke, wir sind dabei auf einem guten Weg." Das unterstreiche schon die Einwohnerzahl, die zuletzt stetig zugelegt habe, auf jetzt rund 11 020. Unter anderem sagte Erny:
» Erfolgreich gewesen sei die Stadt bei der Bewerbung um einen Standort des neu gegründeten Landesforstbetriebs Forst BW in Form einer Anstalt des öffentlichen Rechts, die im alten Schulhaus in Gengenbach-Fußbach unterkommen wird. Nach Umbaumaßnahmen werden ab Herbst 17 Mitarbeiter von hier aus den 15 000 Hektar großen Staatswald im Ortenaukreis und in sechs benachbarten Stadt- und Landkreisen betreuen, als "Forstbezirk Mittleres Rheintal".
» Im neuen "Haus der Gesundheit" werden rund 100 Arbeitsplätze entstehen. Rund 60 Mitarbeiter wird im Herbst alleine das Gesundheitsamt mitbringen, welches von Offenburg nach Gengenbach umziehen wird. Weitere werden im 23 Hektar großen Interkommunalen Gewerbegebiet "Kinzigpark 1" folgen, das 2019 offiziell eingeweiht wurde.
» 17 neue Bauplätze entstehen in Fußbach. Zudem bekundete Bürgermeister Erny die Absicht, den unteren Hungerberg in Innenstadtnähe zu erschließen. Nach wie vor bestehe die Absicht, das Hukla-Gelände für Bauwillige zu nutzen: "Doch bis wir in diesem Gebiet neue Bauplätze zur Verfügung stellen können, werden wir wahrscheinlich noch einige Jahre Vorlaufzeit benötigen."
» Bis 2022 hat die Sanierung des Gymnasiums höchste Priorität, Gengenbach habe aus einem Bundesprogramm 5,1 Millionen Euro erhalten – "bundesweit eine der höchsten Fördersummen zur Sanierung einer Schule".
» Noch im Januar stehen Beratungen mit Eltern und Schulamt über die Frage an, welche Grundschulstandorte sich die Stadt noch leisten wolle. Es geht um Sanierungen oder Neubauten. Gengenbach habe in den vergangenen acht Jahren, so Erny, rund 25 Millionen Euro in pädagogische und freizeitliche Einrichtungen investiert, in Schulen, Turnhallen und Kindergärten.
» Noch im Januar gibt es ein weiteres Jugendhearing: Alle 13- bis 21-Jährigen sind eingeladen, ihre Meinung zur Stadtentwicklung zu sagen.
» Eine erste größere Investition in Sachen schnelles Internet soll in Bermersbach erfolgen.
» Rund zwei Millionen Euro werden 2020 in Neu- und Umbau des Kindergartens Schwaibach gesteckt. Für die Zeit des Umbaus wird das im Herbst erworbene, 150 Quadratmeter große Kirchengebäude der Neuapostolischen Kirche zu einem Behelfskindergarten umgebaut.
» Über die Gewerbesteuer flossen 2019 drei Millionen Euro in die Gemeindekasse – 2011 waren es erst 1,3 Millionen. Doch auch die drei Millionen seien für eine Stadt wie Gengenbach zu wenig, also habe der Gemeinderat den "schmerzhaften Schritt" getan und die Grundsteuer B auf 480 Punkte angehoben.
» 2019 sei ein hervorragendes Windjahr gewesen, ein guter Beitrag auch zum Klimaschutz: Im 2017 für 22 Millionen Euro errichteten Windpark Rauhkasten/Steinfirst seien rund 28 Millionen Kilowattstunden regenerativen Stroms produziert worden – der Jahresverbrauch von 7000 Vier-Personen-Haushalten, ein echter Rekordwert.