Götterfrüchte in Orange

dpa

Von dpa

So, 27. Dezember 2020

Gastronomie

Der Sonntag Kaki, Sharon & Co. versüßen den Winter – wie lassen sich Unterschiede erkennen? Und wann ist eine Kaki reif?.

"Im Prinzip ist es mit der Kaki wie mit Äpfeln", sagt Ulrike Bickelmann von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Kaki sei der Name einer Frucht, die in verschiedenen Sorten angeboten werde. Über 2000 sollen es allein in Asien sein. Da kommt die Kaki ursprünglich her. In Japan ist die "Götterfrucht" ein Symbol des Glücks.

In Deutschland ist die Vielfalt nicht ganz so groß. "Im November ist bei uns im Handel hauptsächlich die Kaki-Sorte Rojo Brillante (Handelsname Persimon) aus Spanien zu finden", sagt Bickelmann. Etwas später im Jahr kommt die Sorte Triumph dazu, die unter den Handelsnamen Sharon (Israel) oder Sharoni (Südafrika) angeboten wird. Sie ist etwas flacher und kleiner. Um Weihnachten herum gibt es dann Kaki Tipo aus Italien. "Sie ist fast rund und bei uns etwas seltener", sagt Bickelmann. Italiener lieben sie geleeartig weich. "Sie ist fast durchscheinend und erst dann gut essbar" – am besten wie eine Kiwi auslöffeln.

Darüber hinaus ist die Sorte Fuyu bekannt, in Italien Cachi Mela genannt, wie Köchin und Autorin Letitia Clark berichtet. Sie lebt auf Sardinien und hat das Glück, dort direkt an der Kaki-Quelle zu sitzen. Fuyu ist zwar die weltweit bedeutendste Sorte, am deutschen Markt aber kaum vertreten. "Die Cachi Mela ist fest und süß und hat einen vanilleähnlichen Geschmack", sagt Clark. Sie könne in Scheiben wie ein Apfel gegessen oder in Salaten verwendet werden.

Apropos Apfel, da stellt sich gleich die erste Glaubensfrage: Sollte man die Kaki mit oder ohne Schale essen? "Die Schale ist etwas lederartig", beschreibt TV-Köchin Stina Spiegelberg. Ob man sie mitesse, sei reine Geschmackssache.

Ist die Kaki beim Kauf noch sehr fest und damit nicht ganz reif, ist es gut, die Frucht bei Zimmertemperatur etwas liegen zu lassen, damit sie nachreift. Auch eine Aufbewahrung im Kühlschrank sei möglich, sagt Bickelmann. "Die Deutschen mögen Kaki und Persimon eher mit festem Fruchtfleisch", meint Spiegelberg. In diesem Zustand sei die Farbe der Frucht von Bedeutung: Je dunkler orange, desto süßer ist die Frucht.

Die Reife ist bei Kakis sehr wichtig. Werden die Früchte geerntet, enthalten sie Tannine (Gerbstoffe). "Sie rufen ein pelziges Gefühl im Mund hervor", sagt Bickelmann. Deshalb würden etwa Rojo Brillante bevor sie den Weg nach Deutschland antreten, mit Kohlendioxid behandelt, das entfernt die Tannine. "Das ist völlig ungefährlich und harmlos", versichert Bickelmann. Sind Kakis sehr reif und weich, lassen sie sich für Smoothies pürieren oder in einem Früchtebrot weiterverarbeiten.