Stephan Schmidt

Grenzach-Wyhlen hat nach sieben Monaten Vakanz wieder einen Hauptamtsleiter

Dora Schöls

Von Dora Schöls

Do, 21. Januar 2021 um 13:05 Uhr

Grenzach-Wyhlen

Stephan Schmidt aus Berlin leitet seit diesem Monat das Hauptamt der Gemeinde Grenzach-Wyhlen. Der 39-Jährige will einen Schwerpunkt auf die Digitalisierung legen.

Die Doppelgemeinde hat nach sieben Monaten Vakanz einen neuen Hauptamtsleiter: Zum Januar hat der 39-jährige Stephan Schmidt diese Aufgabe übernommen. Der Berliner hat zuletzt bei der Kommunalberatung Endura in Freiburg gearbeitet und lebt seit 2014 mit seiner Familie in Grenzach-Wyhlen.

Während in anderen Bereichen der Verwaltung in den vergangenen Monaten ein regelrechter Bewerber-Boom herrschte, wohl auch aufgrund der Corona-Krise, in der die Menschen auch beim Arbeitgeber Sicherheit suchen, war es nicht einfach, einen neuen Leiter des Hauptamts zu finden. Schmidts Vorgängerin Karin Schöttler war im Mai zur Erzdiözese Freiburg gewechselt, seither war die Stelle unbesetzt. Im Frühjahr war die Stelle erstmals ausgeschrieben, dann erneut im Herbst, weil ein Bewerber, der dem Gemeinderat bereits in nicht-öffentlicher Sitzung vorgestellt worden war und den die Gemeinde gern eingestellt hätte, einen Rückzieher gemacht hatte.

Schmidt legt den Fokus auf Digitalisierung

Stephan Schmidt, der am Dienstagabend im Technischen Ausschuss zum ersten Mal öffentlich in seiner neuen Funktion als Hauptamtsleiter aufgetreten ist, hatte schon die erste Ausschreibung gesehen, sagt er auf BZ-Nachfrage. Zu diesem Zeitpunkt sei er aber noch sehr eingebunden in ein Projekt bei seinem vorherigen Arbeitgeber gewesen.

Als die Stelle dann ein zweites Mal ausgeschrieben war, habe er sich doch beworben und das zum Anlass genommen, mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern noch sesshafter in Grenzach-Wyhlen zu werden. "Wir fühlen uns sehr wohl hier."

Keine klassische Verwaltungsausbildung

Schmidt stammt aus Berlin und hat Wirtschaftsgeografie studiert, in Basel hat er im Bereich Nachhaltigkeit promoviert. Sein Schwerpunkt habe dabei auf der Zukunftsfähigkeit von Kommunen gelegen. Auch für die Freiburger Beratungsfirma Endura habe er Kommunen bei den Themen Energie, Nachhaltigkeit und zukunftsfähige Verwaltungsstrukturen unterstützt. Er habe also keine klassische Verwaltungsausbildung, kenne die Aufgaben und Abläufe einer Kommune aber schon recht gut, sagt Schmidt. "Insofern ist der Schritt in die Verwaltung für mich nicht so groß, ich komme von extern und wechsele jetzt nach intern."

Bürgermeister: Eine sehr gute Besetzung

Im Rahmen des Projekts Wärmeverbund Hochrhein habe er auch beruflich vor seiner neuen Stelle schon einmal Kontakt zur Doppelgemeinde gehabt. Auch als Hauptamtsleiter werde er im Energiemanagement und bei Sanierungen in Energiethemen mit eingebunden sein, dort liege aber nicht sein Fokus. Er wolle eine datenunterstützte Verwaltung und die Idee des "Gläsernen Rathauses", also mehr öffentlich zugängliche Informationen, stärken. "Stephan Schmidt hat uns mit seiner Persönlichkeit, seinen Erfahrungen und Kompetenzen überzeugt. Angesichts der Aufgaben der kommenden Jahre ist er eine sehr gute Besetzung", sagt Bürgermeister Tobias Benz.