Bebauung

Im Lörracher Gemeinderat gibt es Bedenken wegen der Pläne am Engelplatz

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 09. Juli 2020 um 07:30 Uhr

Lörrach

Die Gemeinderatsfraktionen melden Wünsche für das Bauvorhaben Nördlicher Engelplatz an. Es geht ihnen dabei um öffentliche Parkplätze, Fassadenbegrünung und Transparenz der Planung.

Der Engelplatz und das Gebiet nördlich davon werden umgestaltet. Der Gemeinderat bringt das Projekt in seiner Sitzung am Donnerstag, 17.30 Uhr im Burghof, voran. Die Stadtverwaltung stellt erneut den Sachstand für die Aufwertung des Platzes vor und will mit dem Investor (Firma Vukovic) die Option öffentlicher Tiefgaragenplätze im geplanten Hochhaus verhandeln. Die Planung wurde nach dem Architekturwettbewerb überarbeitet und soll die Grundlage für den Bebauungsplan bilden. Die Fraktionen haben dazu ergänzende Wünsche.

Grüne wollen keine Gentrifizierung

Die Beschlussvorlage habe Stärken und Schwächen, stellen die Grünen fest. Pluspunkte seien die neuen Wohnungen in zentraler Lage und die hochwertige, sensible Architektur. Am Engelplatz kann der öffentliche Raum aufgewertet werden. Kritisch sehen sie, dass 15 Wohnungen im niedrigen Preissegment weichen müssen. Die Stadt müsse weniger solventen Mietern Wohnraum zur Verfügung stellen. Die neuen Wohnungen würden diesen Anspruch nicht erfüllen. "Die gewachsene Sozialstruktur dürfte sich damit ersatzlos in Richtung ,Gentrifizierung’ verändern", schreiben sie. Umstritten sei in der Fraktion die Bewertung der Hochhauspläne. Dadurch entstehen mehr Wohnungen als ursprünglich vorgesehen, Nachteile für Anwohner seien die Verdunkelung und starke Beschneidung des Sichtfeldes. Aus ökologischen Gründen plädieren sie für eine starke Begrünung des Hochhauses.

CDU ist erstaunt über den Höhenunterschied

Die Union sei erstaunt über den Höhenunterschied von 30 Metern gegenüber dem ersten Entwurf und stellen daher fest: Bei städtebaulich prägenden Bauvorhaben müsse eine frühzeitige öffentliche Kommunikation zwischen den beteiligten Gremien stattfinden. Dem Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT), wo das Vorhaben am 25. Juni präsentiert wurde, könne nicht ein in wesentlichen Teilen geändertes Projekt vorgestellt werde. Transparenz der Abläufe und die frühe Einbindung der Öffentlichkeit sei in eine Gesamtschau des künftigen Wohn- und Geschäftsbilds eines Viertels und seines Umfelds unerlässlich.

SPD ist für die Verdichtung

Die SPD begrüßt den Bau der neuen Wohnungen. Der Hochhausplan sei mutig und werde von ihnen grundsätzlich unterstützt. Details, insbesondere die Verschattung, müssten verträglich ausgestaltet werden. Durch die innerstädtische Verdichtung kann weiterer Flächenverbrauch vermieden werden. Der Konsens, die Bergkuppen rund um die Stadt nicht zu bebauen, sollte beibehalten werden. Auf dem Engelplatz sollten mehr Platz für Fußgänger und nicht kommerzielle Aufenthaltsmöglichkeiten und mehr Sitzgelegenheiten geschaffen werden. Die Option einer Quartiertiefgarage werde befürwortet.

Die Freien Wähler wollen Parkplätze erhalten

Die Fraktion will Kurzzeitparkplätze auf dem Engelplatz in der aktuellen Zahl erhalten. Auch sie sprechen sich für öffentliche Parkplätze in der Tiefgarage aus. Kunden des Postamtes und der dortigen Geschäfte bräuchten Stellplätze, darauf würden die Freien Wähler Wert legen. Auch das trage zur Attraktivität des Platzes bei. Vor allem für Postkunden sei es schwierig, einen Parkplatz zu finden. Es sei unzumutbar, in einer Tiefgarage zu parken, um ein Päckchen aufzugeben. Aktuell befinden sich in dem Gebiet 36 öffentliche Parkplätze. Die Freien Wähler kritisieren, dass in der Tiefgarage nur 24 öffentliche Stellplätze vorgesehen sind, denn auf dem Conrad-Areal fielen fast 400 Stellplätze wegen der Bebauung weg. Wenn die Stadt die Anzahl der Parkplätze immer weiter reduziere, führe das östlich der Bahnlinie bald zu chaotischen Zuständen, warnen sie.