Bierbar öffnet

In die "Sonne" zieht wieder Leben ein

Martha Weishaar

Von Martha Weishaar

Mo, 03. Februar 2020 um 16:09 Uhr

Gastronomie

Holger Stadler und Wolfram Ketterer eröffnen am Schmutzige Dunschdig die "Bierbar Sonne – Drink & S moke". Damit kehrt in das seit Oktober 2014 geschossene Gasthaus wieder Leben ein.

"Sweeny" und "Kämy" kennt in Bonndorf so ziemlich jeder. Beide sind alteingesessen, beide selbstständige Unternehmer. Demnächst mischen die zwei Männer auch in der örtlichen Gastronomie mit: Mit ihrer "Bierbar Sonne – Drink & Smoke", die am Schmutzige Dunschdig erstmals öffnet.

Wer sind Sweeny und Kämy? Sweeny, das ist Holger Stadler, 39 Jahre alt, verheiratet, frisch gebackener Vater und hauptberuflich geschäftsführender Gesellschafter einer GmbH. Kämy ist Wolfram Ketterer, 59 Jahre alt, Vater dreier Kinder und als Erdwärmeexperte selbstständig.

Wie kamen ausgerechnet zwei derart beschäftigte Männer auf die Idee, eine Kneipe zu betreiben? "Wir gehen selber gerne mal ein Bier trinken und rauchen, aber das ist in den Beizen meistens gar nicht mehr möglich", erklären die neuen Wirte ihre Beweggründe. "Gerade für die jungen Leute gibt’s hier fast nichts, wo sie einfach mal etwas trinken, sich unterhalten und dabei rauchen können", finden sie. "Wir sollten halt eine eigene Beiz haben", habe einer der beiden, mehr aus Spaß, bei der Tour über das Schlossfest gesagt.

Aus anfänglich wilden Fantastereien entstand eine konkrete Idee, die "Sonne" mit neuem Leben zu füllen. Seit Oktober 2014 ist das Gasthaus geschlossen. Fendi Erden, Eigentümer der Immobilie, hat seine ursprünglichen Pläne, dort eine Sportbar einzurichten, verworfen, nachdem er in der Rothausstraße eine weitere Immobilie erworben und dort eine solche Bar eröffnet hat. Die Anfrage der neuen Pächter kam ihm gelegen.

Natürlich rechneten Sweeny und Kämy gründlich, erwogen Pro und Contra ihrer Idee. Beide werden ihre Berufe weiter ausüben wie bisher. Die Bar betreiben sie nebenher, können dort allenfalls an Wochenenden präsent sein. Holger Stadler ist erst vor wenigen Monaten Vater geworden. Für ihn war das Einverständnis seiner Frau unabdingbare Voraussetzung. Auch Wolfram Ketterer will weiterhin Zeit für seine Kinder haben. Man kam zum Ergebnis: Eine eigene Beiz ist sowohl machbar als auch finanzierbar. Mit dem Besitzer der "Sonne" wurde man handelseinig. "Wir wollen keine Konkurrenz zu bestehenden Lokalen sein, sondern das Angebot in Bonndorf ergänzen und damit vielleicht junge Leute aus umliegenden Orten zu einer Kneipentour nach Bonndorf locken", erklären die Wirte ihre Zielsetzung. Sie erwägen, gelegentliche Partys zu veranstalten, mit Themen für unterschiedliche Zielgruppen. "Das könnte mal eine Schlagerparade sein, auch mal ein Tanznachmittag oder eine Ü 40-Party", beschreibt Wolfram Ketterer die Idee näher.

Bevor die ersten Gäste am Tresen oder den neu eingebauten Stehtischen ihr erstes Bierchen genießen können, steht den beiden Wirten allerdings noch eine Menge Arbeit bevor. Das traditionelle Speiselokal bekommt ein kneipengerechtes Aussehen. Dass sie ihre Bierbar ausgerechnet am Schmutzige Dunschdig eröffnen, ist derweil eine besondere Herausforderung.

Mit allmählichem Einarbeiten dürfte da nichts drin sein. Auch am Fasnetsonntag und -montag hat die Bar geöffnet. Dann machen die Wirte nochmal kurze Zeit zu, um den Feinschliff in der Innenausstattung vorzunehmen. Und um weiter nach geeigneten Mitstreitern zu suchen. In sozialen Netzwerken werben sie seit geraumer Zeit um Bedienungspersonal, einige haben sich schon gemeldet. Dass die "Sonne" wiederbelebt wird, macht also die Runde.

Es gebe viele positive Reaktionen, sagen Sweeny und Kämy. "Zwei Wirte haben beteuert, wie froh sie sind, dass wir hier wieder aufmachen. Und wenn jeder weitere, der uns dafür schon auf die Schulter geklopft hat, einen Euro gegeben hätte, wäre das meiste von dem, was wir hier investieren müssen, schon wieder reingekommen", verraten sie augenzwinkernd.