Kritik und Missstimmung

Sophia Hesser

Von Sophia Hesser

Fr, 31. Juli 2020

Heitersheim

Räte äußern Vorwürfe in Diskussion um das Malteserschloss.

Das Malteserschloss und die Diskussion um dessen Zukunft war erneut Ausgangspunkt für eine angespannte Stimmung und kritische Äußerungen in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Heitersheim.

Stadtrat Martin Schaber (CDU) verlangte von der SPD-Fraktion und vom Verein Schule im Schloss eine öffentliche Entschuldigung. Er sehe ein respektvolles Miteinander und seine Wertevorstellungen mit Füßen getreten. Vom Verein Schule im Schloss seien ihm in Veröffentlichungen etwa Ehrlichkeit und Redlichkeit abgesprochen worden. Die Kritik der SPD an der CDU in einer Pressemitteilung sei absurd, ruf- und geschäftsschädigend. In der Sitzung selbst gab es auf seine Forderung keine Reaktionen.

Stadtrat Raphael Pozsgai (fraktionslos) und auch Zsolt Pekker, Sprecher der Bürgerinitiative Malteserschloss, brachten außerdem in der Ratssitzung die schon mehrfach in Heitersheim angesprochene Befürchtung zur Sprache, dass die chinesische Regierung Einfluss auf die künftige Schule im Markgräflerland nehmen könnte. Grund für die Annahme: Der chinesische Investor Mark Wang, der mit Partnern eine Privatschule im Schloss errichten will, ist Delegierter des chinesischen Volkskongresses. Pekker und Pozsgai beriefen sich etwa auf den bekannten Vorwurf, Wang habe das Sicherheitsgesetz für Hongkong in einem Interview gelobt.

Wang hat das vor mehreren Wochen dementiert – er sei kein aktiver Vertreter der chinesischen Regierung. Bürgermeister Christoph Zachow erklärte in der Sitzung, die chinesische Innenpolitik sei nicht Sache der Stadt und werde nichts mit der Schule zu tun haben.