Kurz gemeldet: Gefahr durch nistende Wespen

dpa

Von dpa

Sa, 28. November 2020

Bildung & Wissen

Flugverkehr in Australien.

Nicht nur Vögel, sondern auch Insekten können für Flugzeuge eine ernste Gefahr bilden. Australische Forscher um den Ökologen Alan House wiesen nach, dass eine Wespenart mit ihren Nestern wichtige Instrumente blockieren und so Unfälle verursachen kann. Speziell geht es bei der Studie, die im Online-Journal Plos One veröffentlicht wurde, um die sogenannte Schlüssellochwespe (Pachodynerus nasidens). Die Art ist normalerweise in Mittel- und Südamerika, der Karibik und im Süden der USA heimisch, findet sich seit einiger Zeit aber auch in Australien.

Von November 2013 bis April 2019 waren am Flughafen von Brisbane insgesamt 26 Mal Probleme im Zusammenhang mit Wespen gemeldet worden, vorwiegend im Zusammenhang mit den für die Flugzeuge extrem wichtigen Pitot-Rohren (auch Staudrucksonden genannt). Diese geben vor allem Auskunft über Fluggeschwindigkeit und Flughöhe. Dabei habe es sich um "schwerwiegende Sicherheitsvorfälle" gehandelt, so die Forscher.

Schlüssellochwespen bauen ihre Nester oft in künstlichen Hohlräumen wie Fensterspalten, Steckdosen oder Schlüssellöchern. Um das Verhalten der Insekten zu erforschen, konstruierte das Team mittels 3D-Drucktechnologie Nachbildungen der Flugzeuginstrumente und platzierte diese am Flughafen. Das Ergebnis: Innerhalb von drei Jahren waren die Pitot-Rohre 93 Mal vollständig blockiert. Alle Nester stammten von Schlüssellochwespen.