Militärgeschichte

Lahrs atomares Geheimnis: In der Ortenau gab es Nuklearwaffen

Heinz Siebold

Von Heinz Siebold

Do, 04. Juli 2019 um 20:28 Uhr

Lahr

BZ-Plus Ein südbadischer Historiker kann belegen, was lange vermutet wurde: Im Kalten Krieg lagerten Nuklearwaffen der Nato in Lahr. Übungsflüge mit den Sprengkörpern der US-Armee gab es wohl nicht.

Es war eine Zäsur für die Stadt Lahr. 27 Jahre lang waren kanadische Soldaten in der zweitgrößten Stadt der Ortenau stationiert gewesen, sie hatten das Stadtleben mit geprägt. 1994 zogen sie wieder ab. Heute, ein Vierteljahrhundert später, ist das Anlass für ein seliges Zurückdenken. Die Kanadier in Lahr – war das eine Ferienkolonie? Ein Heiratsmarkt, auf dem sich die spendablen Boys aus Übersee die kessesten der Ortenauer Mädels herauspickten? Ein Schlaraffenland, in dem Einzelhändler, Handwerker und Gastronomen in Saus und Braus lebten? Erinnerungen neigen dazu, die schönen Seiten zu verklären und die unschönen zu verdrängen.

"Die Kanadier waren immer die Goodies." OB Müller "Es gibt so eine gewisse Nostalgie auf beiden Seiten", räumt der Lahrer Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller (SPD) schmunzelnd ein. "Die Kanadier waren immer die Goodies." Ganz anders als vorher die Franzosen, die noch als Besatzer des besiegten Deutschland aufgetaucht waren. Die Kanadier blieben auch nach Dienst nicht hinter dem Kasernenzaun wie die US-Amerikaner. Die gab es in Lahr ebenfalls, aber sie versteckten sich so gut, dass heute keiner mehr von ihnen spricht. Das hat seine Gründe.

Junger Historiker aus Meißenheim-Kürzell bestätigt den Verdacht
Denn die in Lahr stationierten Nato-Militärs hatten zumindest zeitweise auch eine ...

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