Leserbriefe

Werner Schäffner

Von Werner Schäffner (Staufen)

Mi, 10. August 2022

Staufen

ANNAFEST IN STAUFEN

Eine lange Geschichte
Zum Bericht über das Staufener Annafest (BZ vom 1. August) ergänzt ein Leser:

Dieses Jahr wurde das Annafest in Staufen am Sonntag, 31. Juli, gefeiert. Den Gedenktag von Anna und Joachim, den Eltern der heiligen Maria, legte das Zweite Vatikanische Konzil auf den 26. Juli. In Staufen wurde tatsächlich die heilige Anna schon vor etwa 530 Jahren verehrt. Denn in den Jahren nach der Grundsteinlegung der St. Martinskirche im Jahre 1487 wurden in ihrem Kreuzrippengewölbe über dem Chorraum vier Schlusssteine angebracht. Einer davon zeigt die heilige Anna zusammen mit ihrer Tochter Maria und dem Christuskind. Die Darstellung dieser drei Personen nennt man auch "Anna-Selbdritt". Dieser Schlussstein ist das älteste Zeugnis dafür, dass in Staufen diese Heilige schon seit dem Mittelalter verehrt wird. Etwa zur gleichen Zeit entstand die "Anna-Selbdritt-Skulptur" des Meisters Hans Sixt von Staufen. Dieses Kunstwerk befindet sich in der gleichnamigen St. Anna-Kapelle im Erdgeschoss des mächtigen Glockenturms. Und so nennt sich zum Beispiel auch die hiesige Katholische Frauengemeinschaft (kfd) seit vielen Jahren "Anna-Bruderschaft". Anlässlich einer Exkursion erklärte der Historiker Professor Wolfgang Hug vor einigen Jahren den Teilnehmern, weshalb seit Jahrhunderten um den Freiburger Hausberg Schauinsland herum – den man früher "Erzkasten" genannt hatte – die heilige Anna verehrt wird. Vor Jahrhunderten gewannen die Bergarbeiter dort das kostbare Metall Silber. Da die heilige Anna den kostbarsten Menschen, nämlich die Gottesgebärerin Maria, zur Welt gebracht hatte, wird diese Heilige rund um den Schauinsland herum noch heute verehrt. An sie erinnern in Freiburg das "Annakirchlein", in Kappel im Tal die "Anna-Selbdritt-Skulptur" von Johann Christian Wentzinger und in Staufen die heilige Anna als "Stadtpatronin".
Werner Schäffner, Staufen

FAUSTFORUM

Das Wunder von Staufen
Zum Baubeschluss für das Bürgerhaus mit Mediathek ("Faustforum") in Staufen (BZ vom 29. Juli) schreibt ein Leser:

Knappe Mehrheiten bei Entscheidungen für Großprojekte tragen meist den Keim permanenter Zwietracht in sich. So auch die sehr magere Mehrheit des Gemeinderats von neun Ja-Stimmen plus der Stimme des Bürgermeisters gegen sieben Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen – wahrlich keine solide Basis für das Mammut-Projekt Faustforum. In der Präsentation des "optimierten" – sprich leicht eingedampften Projekts – durch den Planer war im Hinblick auf die Kostenansätze ständig die Rede von aktuellen Tagespreisen, deren Gipfelpunkte ja wohl erreicht seien und die nun nicht weiter wie bisher stiegen, oder vielleicht sogar leicht sinken könnten. Laut dem Projektkontroller rechnet man realistischerweise auf die Bauzeit bis Ende 2024 mit einer weiteren Steigerung von 10 Prozent. Dieser Einschätzung schloss sich der Bürgermeister etwas nebulös und vage an: Aber auch das könne man verkraften. Er betonte, die öffentliche Hand sei angehalten in Boomzeiten eher zögerlich, aber dafür mehr in Zeiten wirtschaftlicher Stagnation zu investieren – und das tue man jetzt in Staufen! Woher kommt diese Weitsicht und wie ist sie begründet? Die prognostizierten Kosten sind in vier Planungsjahren um etwa 70 Prozent angestiegen – und jetzt ist Schluss damit, weil Staufen sein Faustforum partout im jetzigen Umfang bauen will? Wie will die Stadt über 100 jährliche Veranstaltungen im großen Saal (450 Plätze, 250 Quadratmeter Bühne) akquirieren? Wer, außer Staufener Bürgern soll den Saal füllen? Seit vielen Jahren gehen die Preise im Bau nach oben! Weltweit herrschen Krisensituationen, das Ende der Niedrigzinsen ist da, die Bewältigung des Klimawandels, die Transformationsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft werden Unsummen erfordern. Alle Fragen lösen sich in Luft auf – mit dem Wunder von Staufen! Übrigens – ich bin für ein Bürgerhaus, aber nicht in dieser Dimension.Heinrich Hecker, Staufen

WINDKRAFT MÜNSTERTAL

Schaden abwenden
Zur neuen Diskussion um Windkraft in Münstertal (BZ vom 27. Juli) schreibt ein Leser:
Ich bin entsetzt über die Haltung der CDU-Fraktion und des Bürgermeisters Rüdiger Ahlers in Münstertal. Die grundsätzliche Zustimmung zur Windkraft auf dem Haldenköpfle als Kompromiss darzustellen, ordne ich in den Bereich unangebrachter Tricksereien ein. Wenn es dann konkreter werden soll, wird die Zustimmung verweigert. Genauso verhält es sich mit der Tatsache, den geplanten Diskussionspunkt von der Tagesordnung abzusetzen. Ich frage mich, was muss noch passieren, bis CDU-Fraktion und Bürgermeister dringende Schritte zur örtlichen Gestaltung der Energiewende ernster nehmen? Wie ernst nehmen sie ihr Versprechen, Schaden von den Menschen abzuwenden? Johannes Wehr, Münstertal