Komponist

Barnes gelungenes Buch über Schostakowitsch

Martin Halter

Von Martin Halter

Sa, 11. Februar 2017 um 00:00 Uhr

Literatur & Vorträge

Julian Barnes’ Schostakowitsch-Roman "Der Lärm der Zeit" ist eine Collage aus Bruchstücken: tagebuchartige Impressionen, historisch verbürgte Anekdoten, essayistische Reflexionen.

Am 26. Januar 1936 verließ Stalin Schostakowitschs revolutionäre Oper "Lady Macbeth von Mzensk" im Moskauer Bolschoi-Theater schon in der Pause, mit der vernichtenden Bemerkung: "Das ist albernes Zeug, keine Musik". Als die Prawda zwei Tage später in einer scharfen Kritik (der Autor war kein geringerer der führende Musikliebhaber Stalin) der Sowjet-Oper zappelige, primitive Neutönerei, "linksabweichlerische Entartungen" und kleinbürgerlichen Formalismus attestierte und mit der Drohung "Dieses raffinierte Spiel aber kann böse enden" schloss, wusste Schostakowitsch, was die Stunde geschlagen hatte. Nach seinem Gönner, Marschall Tuchatschewski, war auch er in Ungnade gefallen. Nach dem Verriss schien es nur noch eine Frage der Zeit, wann man auch ihn, den gefeierten Komponisten großer Sinfonien und Sonaten, Filmmusiken und populärer Lieder, ...

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