1,5-Grad-Ziel

Lörrach nimmt die "Klimawette" an und will damit CO2 einsparen

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

Mi, 21. Juli 2021 um 21:02 Uhr

Lörrach

Aktivisten der bundesweiten Aktion "Klimawette" machen Station in Lörrach. Ihr Ziel ist es, bis November eine Millionen Menschen davon zu überzeugen, je eine Tonne CO 2 einzusparen.

Bis zum 1. November eine Million Menschen gewinnen, die je eine Tonne CO2 pro Person und Jahr einsparen: Das ist das Ziel der Aktion Klimawette. Die Idee dabei ist, Druck auf die dann stattfindende Weltklimakonferenz in Glasgow auszuüben, effektivere Klimaschutzmaßnahmen zu vereinbaren. Am Dienstag machte die Klimawette Station in Lörrach.

"Die Weltklimakonferenz am 1. November in Glasgow ist unsere letzte Chance, die Welt noch auf den 1,5 Grad-Pfad zu bringen und damit die Klimakrise einzudämmen." Michael Bilharz
Nur wenn jeder Einzelne CO2 einspare, sei das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, erreichbar, sagte Michael Bilharz von der Klimawette. Machten hingegen alle so weiter wie bisher, werde sich die Erde um 2,5 bis 3 Grad erwärmen. "Die Weltklimakonferenz am 1. November in Glasgow ist unsere letzte Chance, die Welt noch auf den 1,5 Grad-Pfad zu bringen und damit die Klimakrise einzudämmen", so Bilharz.

Andernfalls dauere es wieder fünf Jahre bis zur nächsten Konferenz, während die Zeit, überhaupt noch etwas zu erreichen, davon laufe. Den eigenen CO2-Ausstoß zu reduzieren, sei machbar, versicherte er. "Wir schaffen das, wir machen das einfach, und wir brauchen viele Menschen, die daran glauben und mitmachen", sagte Bilharz. Dabei müsse jeder die für sich richtige Mischung finden und gegebenenfalls Rahmenbedingungen ändern – etwa, indem man einen sparsameren Kühlschrank anschafft oder mehr Strecken mit dem Rad zurücklegt.

740 Lörracher müssten sich beteiligen

Drei Möglichkeiten stellte Michael Bilharz vor: Man könne für wirkungsvolle Klimaschutzprojekte gemeinnützigen Organisationen mit sozialem Mehrwert spenden. Zweitens könne man auf der Website der Klimawette den CO2-Avatar befragen und sich unter 20 Klimaschutzmaßnahmen passende aussuchen. "Und die dritte Möglichkeit ist: weitersagen", sagte Bilharz. Bis zum 1. November, so die Wette, will man eine Million Menschen dafür gewinnen, die bereit sind, die zusätzliche Tonne CO2 einzusparen. Das seien 1,5 Prozent der Menschen in Deutschland, was auf Lörrach herunter gerechnet 740 Personen entspreche.

Lörrach nehme diese Wette an, versicherte Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic. Zusammen mit Britta Staub-Abt, Fachbereichsleiterin Umwelt und Klimaschutz, verwies sie auf den städtischen CO2-Rechner sowie die Aktion Stadtradeln, die noch bis Freitag läuft. Auf der städtischen Website erfahre man mehr über weitere Klimaschutz-Aktionen und Vorhaben der Stadt, darunter das E-Mobilitätskonzept, das gerade erarbeitet wird.

Fridays for Future sowie Parents und Grandparents for Future schlossen sich der Klimawette an. Felix Hoffmann unterstützte die Veranstaltung mit einem Lied, das er auf der Gitarre begleitete. Symbolisch boxten sodann Monika Neuhöfer-Avdic, Britta Staub-Abt, Océane Delin von Fridays for Future und Herbert Sitterle von Grandparents for Future eine Tonne CO2 weg, was ihnen spielend gelang.