Braune Obrigkeit bemächtigt sich der Fasnacht

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

Do, 17. Februar 2011

Lörrach

Die nationalsozialistischen Machthaber nehmen in den 1930er Jahren die Fasnacht für sich ein / Organisierte Fasnacht entsteht auch in Lörrach mit Hilfe der Obrigkeit.

LÖRRACH. Das große Narrentreffen zum 75-jährigen Bestehen der Narrengilde Lörrach ist vorbei. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern des Verbandes Oberrheinischer Narrenzünfte, der bereits 1938 in Lörrach einen Narrentag veranstaltet hat. Dass der Beginn der organisierten Fasnacht in das Jahr 1936 fällt, in die Zeit des Dritten Reiches, ist kein Zufall. In Lörrach ist der Ausgangspunkt ein Treffen des damaligen Bürgermeisters Reinhard Boos (NSDAP) beim Friseur Johann Maier-Muser, dem eine große Nähe zu den Machthabern nachgesagt wurde.

Auch in Freiburg und einigen anderen Orten setzte Mitte der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts die organisierte Fasnacht ein, auf Anreiz und mit Unterstützung der nationalsozialistischen Machthaber. Beim Freiburger Zunftabend am 17. November 1934 wurde festgestellt, dass es "Wunsch und Wille unserer nationalsozialistischen Regierung ist, altes Volks- und Brauchtum zu erhalten, zu pflegen und es da, wo es ... in Vergessenheit geriet, wieder aufleben zu lassen", wie Berthold Hamelmann in seinem Buch "Helau und Heil Hitler" ...

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