"Mehrwert für die ganze Region"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 13. Juni 2019

Basel

Die Schweiz investiert für den 15-Minuten-Takt der Regio-S-Bahn / 380-Millionen-Franken-Projekt im Bahnhof Liestal hat begonnen.

LIESTAL (BZ). Ein 15-Minuten-Takt der S-Bahn im Kern des Ballungsraumes: So lautet eines der großen und angesichts des wachsenden Handlungsdrucks in Sachen Klimawandel allemal vernünftigen verkehrspolitischen Ziele der Region. Ein Baustein dieser Verkehrswende wird auf dem Abschnitt zwischen Basel und Liestal nun konkret angepackt. Im Bahnhof Liestal haben die SBB mit Ausbauten begonnen. Konkret geht es dabei um die Viergleisigkeit sowie den Bau eines Wendegleises. Das auf 380 Millionen Franken kalkulierte Projekt soll einen leistungsfähigen Bahnknoten schaffen und dauert bis zu sieben Jahre, wie einer Mittelung der SBB zu entnehmen ist.

Ende 2025 sollen die Züge zwischen Basel und Olten pünktlicher und die S-Bahn zwischen Liestal und Basel im Viertelstundentakt verkehren. Diese Ziele stecken hinter den aktuellen Projekten (Grafik, Info). In Liestal haben inzwischen Bauteams begonnen, Platz für die baulogistischen Installationsplätze zu schaffen. Dazu werden sie an verschiedenen Orten Gleisanlagen und SBB-eigene Gebäude abbrechen. Das Projektpaket hat während der Umsetzungszeit auch Auswirkungen auf die Zahl der Park- und Radabstellplätze sowie auf die Verkehrsführung rund um den Bahnhof. Denn die SBB kann wegen des künftig breiteren Gleisfelds manche gleisnahen Flächen nicht mehr nutzen und muss zudem Anpassungen an Straßenunter- und -überführungen vornehmen. Einschränkungen im Bahn- und Reiseverkehr seien ebenfalls nicht vermeidbar, lässt die SBB weiter wissen. Wenn immer möglich versuche das Unternehmen jedoch, diese auf die weniger frequentierten Nachtzeiten und mitunter auch aufs Wochenende zu konzentrieren.

Nach Abschluss der Arbeiten Ende 2025 gebe es dann aber einen verlässlicheren Fahrplan, mehr Komfort und ein größeres Angebot. Diese von der Schweiz im Rahmen der strategischen Ausbauschritte ihrer Eisenbahninfrastruktur (Steps), über die auch Mittel für die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke bereitgestellt werden (BZ vom 5. Juni), "schaffen Mehrwert für die ganze Region", befinden die SBB. Konkret bieten das zusätzliche Hauptgleis und die zusätzlichen Bahnsteige mehr Optionen, um die Züge aneinander vorbei zu lenken und so Kreuzungskonflikte zu vermeiden. Das neue Wendegleis wiederum sei die Voraussetzung für einen stabilen S-Bahn-Viertelstundentakt zwischen Liestal und Basel. Denn S-Bahn-Züge im Wendegleis blockieren keine durchfahrenden Züge. Das ermögliche eine flexiblere Planung der Abfahrts- und Standzeiten und einen kundenfreundlicheren Taktzeitplan.