Rheinfelden / Laufenburg

Netzgeschäft bleibt ein Kerngeschäft von Energiedienst

Michael Baas

Von Michael Baas

Di, 11. Februar 2020 um 11:19 Uhr

Rheinfelden

Der regionale Energieversorger Energiedienst sieht sich auf Kurs. Zudem werde die Wasserkraft für das Unternehmen wieder interessanter, wie der Energiedienst-Chef im Interview betont.

Der regionale Energieversorger Energiedienst sieht sich auf Kurs. Am Modell des integrierten Versorgers, das in der Stromerzeugung, im Netzbetrieb und Vertrieb aktiv ist, hält das Unternehmen fest, betont der seit einem Jahr amtierende Chef Jörg Reichart. Rückenwind erwartet die sowohl in Deutschland wie auch der Schweiz aktive Gruppe im Weiteren nicht zuletzt von der Energiewende. Diese mache die Wasserkraft, die phasenweise etwas an den Rand geraten war, wieder wertvoll, betont Reichert im BZ-Interview.

Energiedienst (ED) betreibt zwischen Waldshut-Tiengen und Basel drei eigene Wasserkraftwerke (Laufenburg, Rheinfelden und Wyhlen) und ist an weiteren Wasserkraftwerken am Hochrhein und im Kanton Wallis in der Schweiz beteiligt. Dazu kommt eine Reihe kleiner Wasserkraftwerke, nicht zuletzt an der Wiese. Insgesamt hat ED in der Gruppe Zugriff auf 37 Wasserkraftwerke und würde angesichts der Renaissance der Wasserkraft als einigermaßen planbarer Ressource noch weitere bauen. "Wollen würden wir", sagt Reichert. Die Potenziale in der Region aber scheinen ausgereizt – sowohl bei der kleinen wie auch der großen Wasserkraft. Zwar gebe es am Hochrhein theoretisch noch ein, zwei Standorte, am Rheinfall oder westlich der Aare-Mündung. Aus Naturschutzgründen packe die praktisch niemand an, weiß der ED-Chef.

Die Windkraft spielt in der Strategie der Gruppe als Alternative dagegen keine Rolle. "Energiedienst projektiert hier in der Region keine einzige Windkraftanlage", erklärt Reichert. Potenziale sieht das Unternehmen, das rund 1000 Menschen beschäftigt, dagegen im Ausbau der Fotovoltaik, auch in der Flächenfotovoltaik, in der Sektorenkopplung, also der Kombination von Strom- und Wärmeerzeugung, sowie in Dienstleistungen bis hin zur E-Mobilität. Nicht zuletzt dieses regional fokussierte Standbein entwickele sich durchaus erfreulich, erläutert Reichert.

Lörrach ist eine strategische Frage

Weiterhin als Kerngeschäft definiert ist auch das Netzgeschäft. Vor dem Hintergrund sind auch die zähen und harten Auseinandersetzungen mit dem regionalen Wettbewerber Badenova um die Konzessionen für die Stromnetze in Lörrach oder Weil am Rhein zu verstehen. Die Konzessionen seien ein zentraler Baustein des Netzgeschäftes. Das gilt nicht zuletzt für Lörrach als der größten Stadt im gesamten Netzgebiet. "Insofern ist Lörrach für uns eine strategische Frage", erklärt Jörg Reichart.