Computer und Technik

Programmieren leicht gemacht

Achim Fehrenbach

Von Achim Fehrenbach

Sa, 13. August 2022 um 06:07 Uhr

Neues für Kinder

Mit Hilfe von Programmen sagt man Maschinen und Computern, was sie tun sollen. Man schreibt wie eine Art Rezept oder eine Anleitung für sie. Das nennt man Programmieren und das können auch Kinder.

Wie funktionieren eigentlich die ganzen Maschinen um uns herum? Durch Programmierung! Schon Kinder und Jugendliche können lernen, wie man selbst Programme schreibt. Was ihr dazu wissen müsst, darüber hat sich Achim Fehrenbach mit Svenja Anhut unterhalten. Sie entwickelt Computerspiele und gibt auch Workshops, in denen man das lernen kann.
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BZ: Svenja, was bedeutet eigentlich Programmieren?
Anhut: Durch Programmieren sagt man Computern und Maschinen, was sie tun sollen. Man kann ihnen also beibringen, Aufgaben automatisch zu erledigen. Dafür benutzt man sogenannte Programmiersprachen. Diese Sprachen funktionieren wie ein Übersetzer zwischen Menschen und Maschine.
Svenja Anhut (36), lebt in Fürstenwalde in Brandenburg. Programmieren gelernt hat sie an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. In ihren Workshops und Kursen zeigt sie Kindern und Jugendlichen, wie man Computerspiele aufbaut, programmiert und künstlerisch gestaltet.

BZ: Hast du dafür ein Beispiel?
Anhut: Klar! Beim Programmieren geht es immer darum, bestimmte Probleme zu lösen. Das geschieht Schritt für Schritt. So ähnlich funktioniert das auch in unserem Alltag. Wenn du zum Beispiel Nudeln mit Soße kochen möchtest, planst du auch mehrere Schritte. Zuerst überlegst du, welche Zutaten du dafür brauchst – und dann, wie und in welcher Reihenfolge du sie verwendest. Diese Kette von Anweisungen nennt man ein Rezept – und ganz ähnlich programmiert man auch. Zum Beispiel, wenn man erreichen will, dass ein Roboter zu einem bestimmten Punkt im Raum fährt, einen Ball aufhebt und dann woanders hin transportiert. Auch dafür muss man sich die Einzelschritte überlegen – und diese Schritte dann in Programmierbefehle übertragen. Diese Programmierbefehle werden auch Code genannt.
BZ: Wo kommt Programmierung zum Einsatz?
Anhut: In vielen verschiedenen Bereichen. Man kann Computerspiele, Smartphone-Apps oder Roboter programmieren, aber zum Beispiel auch Getränkeautomaten oder automatische Pflanzenbewässerungssysteme. Maschinen, die Software nutzen, kommen überall im Alltag vor – von der U-Bahn über den Computer bis hin zur Industrieanlage. Deshalb sind Leute, die programmieren können, auch sehr gefragt.
Internettipps:
Svenjas Anhuts Webseite: www.svenja-anhut.com
Scratch Jr: www.scratchjr.org

BZ: Welche Programmiersprachen eignen sich gut für Kinder und Jugendliche?
Anhut: Zum Beispiel die kostenlose Programmiersprache Scratch. Scratch Junior eignet sich für Kinder ab fünf Jahren und Scratch für Kinder ab acht. Man kann diese Programmiersprachen wie einfache Texte lesen und schreiben. Zum Beispiel lautet eine Codezeile: "Bewege dich fünf Schritte". Damit kann man dann eine Figur über den Bildschirm laufen lassen. Auch Makecode ist sehr spannend für den Start. Damit kann man Mini-Computer wie den Micro Bit oder die Roboter von Lego Mindstorm programmieren. Für Fortgeschrittene eignet sich Python.

BZ: Wo und wie kann man programmieren lernen?
Anhut: Direkt auf der Scratch-Webseite gibt es Kurzanleitungen. Viele kostenlose Materialien findet man auch auf Webseiten wie "Coding for Tomorrow" oder der "Tüftelakademie". Außerdem gibt es Workshops und Ferien-Camps für Schulklassen und Jugendliche, in denen man Programmieren lernen kann. In vielen Städten kann man auch "Labs" und "Makerspaces" besuchen – und dort erste Programmierschritte unternehmen.