Studie

"Querdenken"-Demos im November hatten Einfluss auf Infektionsgeschehen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 11. Februar 2021 um 07:43 Uhr

Südwest

Eine Studie des Leibniz-Zentrums hat die Auswirkungen zweier großer "Querdenken"-Demos untersucht. Demnach hätten etwa 20.000 Infektionen verhindert werden können, wären sie abgesagt worden.

Zwei "Querdenken"-Demonstrationen im November 2020 hätten beigetragen, dass sich das Coronavirus in Deutschland stark verbreitet hat. Dies zeige ihre Studie, so das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim und die Humboldt-Universität zu Berlin.

Diese hat die Auswirkungen zweier großer "Querdenken"-Kundgebungen im November 2020 auf die Sieben-Tage-Inzidenz bis Ende Dezember analysiert. Untersucht wurde das Infektionsgeschehen in den Landkreisen, aus denen zehntausende Demonstranten zu den Kundgebungen am 7. November in Leipzig und am 18. November in Berlin anreisten.

Die Wissenschaftler schätzen, dass bis Weihnachten zwischen 16.000 und 21.000 Infektionen hätten verhindert werden können, wenn diese Kundgebungen abgesagt worden wären. "Eine mobile Minderheit, die sich nicht an geltende Hygieneregeln hält, kann so ein erhebliches Risiko für andere Personen darstellen", so Martin Lange, ZEW-Wissenschaftler und Koautor der Studie.