Immunsystem

Wettlauf gegen die Zeit: Was tun bei einer Blutvergiftung?

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Mi, 11. April 2018 um 11:34 Uhr

Gesundheit & Ernährung

BZ-Plus Rund 150.000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr an einer Blutvergiftung. Ein Drittel davon stirbt daran. Bei Kindern ist die Sepsis gar die zweithäufigste Todesursache.

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Je eher eine Blutvergiftung behandelt wird, umso besser stehen die Chancen, dass man sie auch überlebt. Bei Kindern ist die Sepsis die zweithäufigste Todesursache – weil sie meist zu spät oder nicht erkannt wird. Doch um behandeln zu können, muss die richtige Diagnose gestellt werden. Und genau das ist die Achillesferse der sogenannten Sepsis: Ihre Symptome sind so unspezifisch und können mit vielen anderen Erkrankungen verwechselt werden, dass selbst erfahrene Ärzte oft nicht gleich realisieren, womit sie es zu tun haben. Ein Unwissen, das tödlich enden kann.

Fieber zum Beispiel, Schüttelfrost, Herzrasen und ein Krankheitsgefühl wie bei einem schweren grippalen Infekt sind mögliche Anzeichen einer Blutvergiftung. "Das ist ein Problem im Kindesalter, denn Kinder fiebern äußerst häufig", sagt Horst von Bernuth, Leiter der Sektion Pädiatrische Immunologie und Infektiologie an der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Acht bis zehn banale Infekte pro Jahr, sagt die Statistik, sind bei Kleinkindern völlig normal, im Kindergartenalter erhöht sich die Zahl auch mal auf 15 bis 18. "Unter tausenden von Kindern, die mit diesen Symptomen in die Praxis kommen, eine Sepsis zu erkennen, ist eine Herausforderung für jeden Kinderarzt", sagt von Bernuth.

Die Erreger bei einer Sepsis gelangen an sonst sterile Orte
Wie genau aber wird das Blut vergiftet? Normalerweise kommt unser Körper gut mit Erregern klar. ...

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