Ringsheimer Feuerwehr wünscht sich das neue Feuerwehrhaus bei der Kahlenberghalle

Klaus Fischer

Von Klaus Fischer

Mo, 29. Juni 2020 um 08:10 Uhr

Ringsheim

Am Dienstag entscheidet der Gemeinderat über den Standort für ein neues Feuerwehrdomizil. Favorit der Feuerwehr ist Platz bei der Kahlenberghalle.

. 45 aktive Feuerwehrleute, 18 Jugendliche in der Jugendabteilung. Keine Frage, die Feuerwehr ist für eine 2400 Einwohnergemeinde wie Ringsheim nicht nur zahlenmäßig stark, sie ist auch fest im Dorfleben verankert. Wohl auch deshalb gucken viele hin, wenn es um die Belange der Feuerwehr geht. So auch diesen Dienstagabend, wenn der Gemeinderat eine Antwort auf die Standortfrage fürs neue Feuerwehrhaus geben wird. Bekanntlich ist das eine heikle Frage, denn der favorisierte Standort passt nicht allen.

Geht es nach dem Willen der Feuerwehr selbst, dann wird das neue Feuerwehrhaus einmal auf der Wiese südlich der Kahlenberghalle stehen. Aus Sicht der Feuerwehrspitze ist es der Platz, der nach Abwägung aller Argumente der geeignetste ist. Insgesamt seien zwölf Standorte näher untersucht worden, sämtliche in den Außenbereichen, keiner im alten Ortskern. Dort, im Zentrum, im Gemäuer der ehemaligen Dorfkirche hat die Feuerwehr seit nahezu 100 Jahren ihr Domizil, dort ist der Platz für Fahrzeuge und Mannschaft aber längst zu klein, dort wollte sie zunächst auch einen Erweiterungsbau errichten.

Zunächst Erweiterung am alten Standort im Auge

Südlich angrenzend an das Feuerwehrhaus befand sich noch freies Grünland bis zur Hausener Straße – bis dann der Erweiterungsbau des Kindergartens auf den Tisch kam. "Wir hatten Pläne, hier am Standort zu erweitern, weil wir selbst viel Energie und Eigenleistung in Verbesserungen gesteckt haben und jeden Quadratmeter nutzen. Hier steckt viel Herzblut der Kameraden drin. Aber inzwischen ist klar, an diesem Standort geht es für uns nicht mehr", sagt Kommandant Christian Feist beim Rundgang durchs ehrwürdige Gemäuer: Keine getrennten WC für Männer und Frauen. Ein Schulungsraum, in dem nicht alle aktiven Feuerwehrleute Platz finden und in dem in einer Ecke zugleich auch die Funktechnik untergebracht ist. Eine Fahrzeughalle, in der die Feuerwehrleute im Einsatz zwischen Spind und Fahrzeug kaum mehr Platz finden, um sich umzuziehen. "Wenn wir den 28 Jahre alten TSF bald durch ein neues Fahrzeug ersetzen, dann wird es hier noch enger", sagt Volker Kern, Feists Stellvertreter.

Dass bei der Enge und dem Durcheinander im Einsatz schon in der Fahrzeughalle wertvolle Zeit verloren gehen kann, lässt sich erahnen. "Deshalb war es in den politischen Gremien und auch in der Gemeinde letztlich unstrittig, dass wir Abhilfe an einem anderen Ort brauchen", erklärt Kommandant Feist.

Nach einem Suchlauf mit zwölf Standorten blieben drei übrig

Diese Abhilfe sieht die Feuerwehrspitze am ehesten im Standort bei der Kahlenberghalle. Bekanntlich waren drei Standorte nach einem ersten Suchlauf noch in der engeren Wahl. Wobei der Standort im Gewann Weglänge am südlichen Ortsausgang an der alten B 3 bei der Gemeinde auf wenig Gegenliebe stieß, weil sich dieser Bereich auch für ein künftiges Baugebiet eigne. Die zweite Alternative zur Kahlenberghalle, die Fläche im nördlichen Bereich des Graswegs auf Höhe der Tabakschöpfe ist derweil aus Sicht der Feuerwehrexperten problematisch. "Nach Feierabend ist der Grasweg von Anwohnern zugeparkt. Selbst wenn wir mit Blaulicht ankommen, wird’s es dort sehr eng zugehen", sagt Volker Kern. Als fast noch offensichtlicher ist für Christian Feist das Gefahrenpotential bei der Abfahrt seiner Kameraden zu einem künftigen Feuerwehrhaus am nördlichen Ende: "Feuerwehrleute in Alarmierung stehen unter Strom. Und dort gilt überall rechts vor links. Da ist die Unfallgefahr bei der Anfahrt einfach groß".

An der An- und Abfahrt macht sich Kritik fest

Aus einsatztaktischen Gründen bevorzugt die Feuerwehr deshalb den Standort Kahlenberg. Dort allerdings wird eine rund 250000 Euro teure Zu- und Abfahrt von der wegen der Bahnbrücke ansteigenden Hauptstraße auf das etwa fünf Meter tiefer liegende Gelände notwendig (wir berichteten mehrfach). Während Anwohner am Grasweg, deren Gartengrundstücke einmal an dass neue Feuerwehrgelände südlich der Kahlenberghalle angrenzen würde, um mehr Lärmbelastung fürchten, macht sich die Kritik anderen an den Zusatzkosten für die Zufahrt fest. Gegner dieser Variantekündigen gar an, eine Entscheidung im Gemeinderat pro Standort Kahlenberghalle über einen Bürgerentscheid kippen zu wollen.

Entscheidung Standort Feuerwehrhaus, öffentliche Gemeinderatssitzung, Dienstag, 30. Juni, 19 Uhr, Kahlenberghalle.