SAGEN SIE MAL ...: "Einmal im Leben von Chile bis Alaska reisen"

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Do, 29. Oktober 2020

Freiburg

BZ-FRAGEBOGEN, heute ausgefüllt von Margit Kazda (59), Leiterin des Emmi-Seeh-Seniorenzentrums .

Sie habe, sagt Margit Kazda, keinerlei Berührungsängste mit Menschen. Die 59-Jährige stammt aus dem tschechischen Sokolov und floh mit ihren Eltern nach dem Prager Frühling. Sie hat zunächst Pflegefachkraft gelernt und sich dann zur Pflegedienstleitung ausbilden lassen. Seit fast 30 Jahren arbeitet Kazda im Emmi-Seeh-Seniorenzentrum – seit drei Jahren leitet sie die Einrichtung. Kazda ist verheiratet und hat zwei Töchter. Sie lebt in der Wiehre.

Mit welchen Gefühlen gehen Sie in den Corona-Winter?
Auf jeden Fall beruhigter als im März, da fühlten wir uns doch sehr allein gelassen. Wir mussten uns selbst organisieren, und das hat unser Team noch einmal viel mehr zusammengeschweißt. Zwischen uns passt im Moment kein Blatt. Uns war immer bewusst: Das kommt wieder. Deshalb haben wir nie nachgelassen und gehen jetzt mit viel Erfahrung und einem Keller voller Schutz- und Hygienematerial in den Winter. Ich bin wirklich stolz und dankbar, dass viele bei uns über sich hinausgewachsen sind.

Was ist Ihr Erfolgsrezept?
Wir sind flexibel und bereit, wann immer nötig zu improvisieren. Es wird geschaut, wer Hilfe braucht. Die Pflege? Die Hauswirtschaft? Die Küche? Dann organisieren wir entsprechend um. Ich bin das gewohnt, ich bin ein Flüchtlingskind. Und ich habe mir meine Neugierde bewahrt, ich bin offen für Neues.

Zum Beispiel?
Ich habe mich sehr bewusst für die Altenpflege entschieden, das macht mir nach wie vor Spaß. Aber im Ruhestand würde mich auch die Entwicklungshilfe reizen. Ich habe Kontakt zu einer Schule in Indien, das könnte ich mir durchaus vorstellen.

Was wollten Sie als Kind werden?
Friseurin oder Pilotin.

Ihr Lieblingsplatz in Freiburg?
Der Schlossberg.

Ihr Lieblingslokal in Freiburg?
Da Giovanni am Theater.

Ihr Lieblingsfach in der Schule?
Geschichte.

Worüber können Sie herzhaft lachen?
Über Situationskomik und vieles mehr.

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Lesen, lesen und lesen.

Welches Buch hat Sie in jüngster Zeit am meisten beschäftigt?
"Das achte Leben" von Nino Haratischwili.

Wann waren Sie zuletzt in der Kirche?
An Silvester.

Wann waren Sie zuletzt im Kino?
Am vergangenen Sonntag in "Eine Frau mit berauschenden Talenten".
Welche Musik hören Sie gerne?
Von Rap bis Klassik querbeet.

Ihre Lieblingsinternetseite?
http://www.fewo-direkt.de

Wovor haben Sie Angst?
Davor, dass die Welt aus den Fugen gerät.

Haben Sie ein Vorbild?
Golda Meir, Simone de Beauvoir, Alice Schwarzer.

Was mögen Sie an sich selbst?
Meine Verbindlichkeit.

Wo machen Sie gerne Urlaub?
In Griechenland und Sardinien.

Ihr größter Erfolg?
Meine Töchter.

Sie bekommen eine Zeitreise geschenkt – wohin reisen Sie? Warum?
In die 1920er Jahre, um Coco Chanel zu treffen.
Mit wem würden Sie gern mal einen Tag lang tauschen?
Mit Jens Spahn, um ihn zu motivieren, noch mehr für die pflegenden Berufe zu tun.

Ihre Traum-Schlagzeile?
"Es ist gelungen, eine einheitliche weltweite Klimapolitik durchzusetzen."

Angenommen, Sie gewinnen bei Jauch eine Million. Was machen Sie damit?
Eine Weltreise.

Bitte vervollständigen Sie: Am Herd gelingt mir am besten ...
... Rindsrouladen.

Wer es in meinem Job zu etwas bringen will, der ...
... braucht Herz und Verstand.

Die Zeit vergesse ich, wenn ...
... ich im Café Menschen beobachten kann.

Einmal im Leben will ich unbedingt ... ... von Chile bis Alaska reisen.

Als Oberbürgermeisterin von Freiburg würde ich ...
... kostenlose Schulspeisung für alle Kinder einführen.