Grill, Räucherofen, Feuerschale

So macht Wintergrillen richtig Spaß

Birgit-Cathrin Duval

Von Birgit-Cathrin Duval

So, 24. Januar 2021 um 07:00 Uhr

Gesundheit & Ernährung

Der Sonntag Feuerschale entzünden, glühende Holzkohle auf den Grill und unter freiem Himmel bei heißem Apfelpunsch oder Glühwein ein leckeres Essen zubereiten: Hier sind einige Tipps für das Wintergrillen.

Heisser Rost bei Frost – die richtige Temperatur

Kalte Temperaturen erfordern längere Grillzeiten. Als Faustregel gilt: Bei Temperaturen unter null Grad verlängert sich die Grillzeit um rund 20 Prozent. Deshalb den Grilldeckel so wenig wie möglich öffnen, da sonst zuviel Hitze verloren geht. Bei Wind darauf achten, dass der Grill so postiert wird, dass der Wind den Grilldeckel und nicht das Grillgut trifft. Ein Gasgrill benötigt je nach Kälte etwa eine halbe Stunde, bis er die Betriebstemperatur erreicht hat. Beim Holzkohlegrill zum Anzünden einen Anzündkamin verwenden. Nach rund einer halben Stunde (sobald die Holzkohle-Briketts mit einer dünnen Ascheschicht überzogen sind) den Grill befüllen. Reservebriketts bereitlegen, da die Glut schneller abbrennt.

Standort und Kleidung

Den Grill unbedingt im Freien an einem gut belüfteten Ort aufstellen. Auf keinen Fall in einem Schuppen, Garage, Wintergarten oder unter Sonnensegeln betreiben! Keine langen, fransigen Schals oder Mützen mit Bommeln tragen. Daune und andere High-Tech-Jacken sind leicht entflammbar. Daher lieber alte Baumwolljacken anziehen, auch wegen des Rauchgeruchs.

Welcher Grill für welchen Zweck?

Wer gerne draußen unterwegs ist, findet zum Beispiel im Edelstahlgrill Atago (Petromax) einen mobilen und universell einsetzbaren Grill. Als Brennmaterial kann man Holzkohle, Briketts oder Holz verwenden. Gut durchdacht: Der Atago kann als Grill, Ofen, Herd und Feuerschale verwendet werden. Mit seinem einklappbaren Design lässt er sich auch über eine längere Wegstrecke mit einem Rucksack oder auf dem Fahrrad transportieren. Grillwürste, Lammsteak und Lachs ließen sich einfach und hervorragend zubereiten. Anschließend kochten wir im gusseisernen Feuertopf Chili sin Carne. Zum Dessert grillten wir Schoko-Bananen. Die restliche Glut verwendeten wir zum Kochen eines frischen Ingwertees. Klein, handlich und mit zusätzlichem Zubehör lässt sich der Atago zum Grillen, Kochen, Backen und Garen verwenden und sorgt danach als Feuerschale für wohlige Wärme. Ideal für alle, die gerne draußen unterwegs sind oder im Garten grillen möchten.
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Extravaganz mit dem Räucherofen

Als Alternative zum Grill bietet sich ein Räucherofen an. Durch Räuchern wurden früher Lebensmittel haltbar gemacht. Heute wird das Räuchern speziell zur Geschmacksveredelung genutzt. Beim Räuchern erhalten Lebensmittel ein sagenhaftes Raucharoma, das sich mit speziellen Rauchhölzern individuell verändern lässt. Der Smokey Mountain Cooker (Weber) zum Beispiel erhielt von uns den Spitznamen "R2-D2", weil er uns an den drolligen Droiden aus "Krieg der Sterne" erinnert. Der Smokey Mountain ist ein klassischer Räucherofen. Wer gerne klassisches Barbecue zubereitet oder geräucherten Lachs liebt, zaubert mit dem Smoker fantastische Gerichte. Unten wird Kohle eingefüllt, darüber befindet sich eine Schale mit Wasser, das durch die Hitze verdampft. Oben sind zwei Grillroste angebracht, auf denen Fleisch oder Fisch gegart wird. Mit unterschiedlichen Hölzern, die vorab gewässert und später auf die Kohlen gelegt werden, wird ein individueller Räuchergeschmack erzielt. Belüftungsregler und Thermometer erlauben das Einstellen der optimalen Räuchertemperatur.
Wir bereiteten ein Lachsfilet zu, das wir auf einem Zedernholzbrett räucherten. Das Räuchern klappte prima und der mit einer Orangen-Ingwer-Sauce bestrichene Lachs passte hervorragend zum Grünkohl-Spinat-Gemüse. Eine Mango-Chili-Sauce sorgte für exotische Schärfe. Der Lachs war ausgezeichnet geräuchert. Allerdings war uns der Rauchgeschmack des Zedernholzes zu intensiv. Räuchern macht Spaß, erfordert aber Geduld und Experimentierfreude.

Minimalistisch

Eine Feuerschale beschert Lagerfeuerromantik. Es gibt einfach nichts Heimeligeres, als an der Feuerschale zu stehen und gemeinsam Stockbrot und Würstchen zu grillen. Stockbrotteig ist im Handumdrehen zubereitet und lässt sich mit Rosmarin, Oliven oder Thymian verfeinern. Der Teig wird um einen Stock gewickelt und über die Glut gehalten. Dabei den Stock langsam drehen, bis das Stockbrot goldbraun ist. Nicht direkt über dem Feuer zubereiten, da der Teig sonst schnell verbrennt.