Dietenbach-Check (8)

So unterschiedlich wird Dietenbach in Freiburgs Stadtteilen diskutiert

Simone Höhl, Christian Engel, Thomas Goebel, Simone Lutz

Von Simone Höhl, Christian Engel, Thomas Goebel & Simone Lutz

Di, 05. Februar 2019 um 20:22 Uhr

Freiburg

BZ-Plus Die BZ hat Freiburgerinnen und Freiburger in vier Stadtteilen zu Dietenbach befragt. Wie ist die Stimmung in Weingarten, Munzingen, Rieselfeld und der Wiehre?

Weingartener sind dafür – stimmen also dagegen
Die Sonne scheint wunderbar auf den kleinen Platz vor dem Rewe-Supermarkt in Weingarten. Maria Rein sitzt am Dienstag gegen Mittag auf einer Bank und genießt ihre Pause. Sie ist 18 Jahre alt und macht eine Ausbildung zur Erzieherin in der Kita an der Adolf-Reichwein-Schule, die sie früher selbst besucht hat. "Und wenn ich fertig bin und irgendwann mal daheim auszieh’, brauche ich eine Wohnung", sagt Maria Rein. In Freiburg wäre es für die junge Frau aus Weingarten ideal. "Und die Wohnungen sind momentan sehr teuer." Deswegen ist sie für Dietenbach. Auch Freunde von ihr fänden einen neuen Stadtteil praktisch. "Wir haben eine Ein-Zimmer-Wohnung gesehen für 730 Euro warm."



Ein Mann repariert die Bücher-Telefonzelle am anderen Ende des Else-Liefmann-Platzes. Dietenbach ist Thema Nummer eins bei Veranstaltungen von Befürwortern und Gegnern, bei Onlinekommentaren, aber nicht bei allen. Der Handwerker zum Beispiel hat noch nie davon gehört, auch wenn er in Freiburg wohnt. "Wo ist das?", fragt er freundlich.

Vor dem Eingang zum Quartierstreff in der Buggi 50 stehen zwei Frauen. "Ja, wo sollen die Leute denn hin?", fragt die eine, 71 Jahre alt, und schnippt die Asche von ihrer Zigarette. "Die Wohnungen brauchen wir, also ich bin dafür." Was sie nicht versteht: Warum die Frage beim Bürgerentscheid so gestellt ist, dass man dann dagegen stimmen muss. "Das irritiert." Die 71-Jährige möchte nicht mit Namen in der Zeitung stehen und lebt seit 1966 in Weingarten, da war der Stadtteil noch nagelneu. "Wir sind in den ersten fertigen Achtstöcker gezogen." Einen neuen Stadtteil fände sie jetzt auf jeden Fall besser, als auf den Wiesen zwischen Weingartens Hochhäusern nachzuverdichten. Dass es in Dietenbach auch um Wiesen und Äcker geht, ist für sie kein Argument: "Da geht man ja nicht so hin."

"Wir haben eine Ein-Zimmer-Wohnung gesehen für 730 Euro warm." Maria Rein Ihre Bekannte hat so ihre Erfahrung mit dem Nachverdichten gemacht. Früher habe sie sich im Bikini auf dem Balkon sonnen können, erzählt die 66-Jährige, jetzt habe man ihr ein Haus vor die Nase gebaut. "Und wenn ich esse, gucken mir die Leute auf den Teller." Die neuen Wohnungen könne man sich auch nicht leisten. Und im Hochhaus Binzengrün 34 hat die Stadtbau beim Umbau gerade Miet- zu Eigentumswohnungen gemacht.

Elfriede Riesterer steht in einer warmen rosa Jacke an der Ecke zur Straßenbahnhaltestelle und kramt in ihrer ...

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