Waiblingen

Pferdemetzger im Land: Der Freund auf der Schlachtbank

Johannes Faber

Von Johannes Faber

Sa, 23. Februar 2013 um 00:00 Uhr

Südwest

Sie werden von der Innung gemieden, von den Lieferanten beargwöhnt und von den Kunden gesucht: Pferdemetzger. Nur wenige gibt es überhaupt noch. Beispielsweise Rolf Beerwart aus Waiblingen. Die BZ hat ihn besucht.

Wer Rolf Beerwart besuchen möchte, tut gut daran, sich sehr genau zu erkundigen, wo er ihn findet. Seine Metzgerei liegt eingeklemmt zwischen Autowerkstätten, Druckerei und TÜV-Stelle in einem Industriegebiet in Waiblingen vor den Toren Stuttgarts. Laufkundschaft kommt hier nicht vorbei. Und spätestens beim Betreten des Landes wird klar, dass es sich auch sonst um kein gewöhnliches Fachgeschäft handelt. Ein schwerer, süßlicher Geruch liegt in der Luft, an der Seite steht ein antikes Schaukelpferd, ein weiteres blickt von einem Schrank hinter der Theke auf den Kunden. Rolf Beerwart empfängt Besucher und Neugierige mit offenen Armen: "Ich habe nichts zu verbergen. Für mich ist Transparenz das Wichtigste." Er führt eine der letzten Pferdemetzgereien Baden-Württembergs, bundesweit sind es gerade einmal 51.

Fast täglich tauchen derzeit irgendwo Spuren von Pferdefleisch in Fertigprodukten auf. Und zwar auch dort, wo es nicht draufsteht. Doch angeprangert wird nicht allein der Etikettenschwindel, stets schwingt auch eine moralische Empörung mit: Wer Pferdefleisch isst, verletzt zwar nicht das Gesetz, aber doch ein Tabu. Zeit also, mit einem zu sprechen, der dieses Tabu Tag für Tag bricht.

"Wer gegen Pferdefleisch wettert, soll mal einem Kalb in die Augen schauen." ...

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