Familienausflug im Schnee

Tipps für eine Schlittenwanderung rund um Dachsberg

Silke Kohlmann

Von Silke Kohlmann

So, 21. Februar 2021 um 07:00 Uhr

Südwest

Der Sonntag Enge Waldpfade, himmlische Weitblicke und ab und zu eine schöne Schlittenfahrt: Auf unserer gemütlichen Familienrunde im Südschwarzwald von Dachsberg nach Urberg kommen kleine und große Wanderer auf ihre Kosten.

Wir beginnen unsere Tour am idyllischen Klosterweiher in Dachsberg. Im Frühjahr und Sommer blühen dort am Ufer Orchideen und Sonnentau, jetzt liegt der See still unter einer dünnen Schicht aus Eis. Zunächst überqueren wir die Straße und wandern schräg gegenüber des Wanderparkplatzes steil "Zum Bürgle" hinauf. Wer den Schlitten dabei hat, muss ihn hier leider erstmal unter den Arm nehmen und bergan schleppen.

Sobald wir aber den Waldrand erreichen, bedeckt Schnee den Wanderweg: Hier dürfen die Kleinen aufsitzen und die Großen anpacken. Weil der Weg ohne große Höhenunterschiede verläuft, ist das selbst aus Elternsicht ein gemütliches Unterfangen. Wir orientieren uns an den Schildern zum Hoheck und wählen dort den Weg rechts nach Inner-Urberg.

Schneeerlebnis im Wald

Es ist ein herrlicher Wald. Die Sonne schickt ein paar Strahlen zwischen den Bäumen hindurch, Felsen mit Schneemützen säumen den Weg, dazwischen lugen die Zweige des Heidelbeerkrautes aus der weißen Decke heraus. Bald schon lässt es sich erstmals richtig schön mit dem Schlitten bergab sausen.

Wir erreichen die Straße, überqueren sie vorsichtig und wandern gegenüber zwischen Wiese und Waldrand im Sonnenschein. Dann führt uns der Weg wieder rechts zwischen die Bäume. Es geht bergab nach Urberg – und auch hier gleitet der Schlitten durch den weiß-grünen Winterwald.

Zu unserem Pech sind auch in Urbach die Straßen vorbildlich geräumt. Also packen wir den Schlitten wieder unter den Arm, steigen in die Ortsmitte hinunter und an der Straße nach Rüttewies wieder rechts bergauf. Das ist ein bisschen mühsam. Unser Trost: Es sind immerhin fast keine Autos unterwegs – sehr angenehm, wenn man mit kleinen Kindern unterwegs ist. Und bald schon erreichen wir einen bezaubernden Waldpfad.

Hoch zur Panoramatafel

Dort, wo die Straße eine Rechtskurve macht, biegt der Kalterbrunnenweg links ein. Auf tief verschneitem Boden geht es bergab, deshalb braucht der Schlitten etwas Anschub. Dafür schlittern und wandern wir in einen wunderbar wilden Wald hinein. Auf schmalem Pfad geht es am Hang entlang, wir müssen gut aufpassen, dass die Kinder nicht vom Schlitten purzeln.

Nachdem wir eine Blockhalde überquert haben, tauchen wir wieder in den dichteren Wald ein – und stehen plötzlich auf einer Eisschicht. Verläuft hier ein Bach? Oder ist dies nur eine riesige gefrorene Pfütze? Den Kindern ist das einerlei, sie rutschen und schlittern, nochmal und nochmal. Pflöcke verraten, dass hier am Waldrand sommers eine Weide endet, an ihnen entlang wandern wir weiter und erreichen wieder den Wegpunkt Horbach, den wir schon vom Hinweg kennen.

Jetzt schlagen wir nicht den Weg nach links zurück zum Klosterweiher ein, sondern steigen zur Panorama-Tafel hinauf. Eine gute Entscheidung! Denn eine lichtüberflutete Ebene erwartet uns. Rechts reicht der Blick bis zum Feldberg und zum Herzogenhorn. Linkerhand verschwindet das lange Band der Alpenkette im Dunst.

Trotz Kälte und Schnee lassen wir uns auf der Himmelsliege nieder und genießen die Aussicht. Der mitgebrachte Punsch wärmt von innen, die Sonnenstrahlen zart von außen. Und das Panorama ist eine Wohltat für Augen und Seele.

Wer keinen Schlitten dabei hat, kann nun einen schmalen Pfad zum Klosterweiher hinunterklettern, ansonsten geht es über Horbach zum Ausgangspunkt zurück.
Die Tour: 4,4 Kilometer, 100 Höhenmeter
Parken: Wanderparkplatz am Klosterweiher, 79875 Dachsberg
Anfahrt: Aus Richtung Freiburg gelangt man über Todtnau oder über Schluchsee und St. Blasien nach Dachsberg.