Viel Spielwitz auf zwei Kontrabässen

Karin Steinebrunner

Von Karin Steinebrunner

Mo, 15. November 2021

Görwihl

Pfarrer verschenkt ein Konzert.

. Am Vorabend seines 56. Geburtstags hatte Pfarrer Stahlberger zu einem von ihm persönlich finanzierten Konzert in die Görwihler Pfarrkirche eingeladen. Damit wollte er sich für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und für das gute Miteinander bedanken, aber auch sein 2020 ausgefallenes Priesterjubiläum nachfeiern, das er aufgrund von Corona hatte verschieben müssen. Die Resonanz war groß, und die Begeisterung der Zuhörer, die sich in stehenden Ovationen für die Kontrabassisten Jonas Hoenig und Markus Lechner niederschlug.

Die Beiden hatten ein ausgesprochen abwechslungsreiches Programm mitgebracht, das vom Barock bis zum Jazzstandard reichte – immer auf der Suche, wie Jonas Hoenig erklärte, was mit zwei Kontrabässen möglich ist. Eindringlich musizierten sie eine Aria von Telemann sowie ein Menuett von Bach.

Den fetzigen Eingang hatte ein kurzes Stück, "Super Bass Theme", ursprünglich geschrieben für drei Kontrabässe, gemacht, einem grandiosen Vorgeschmack auf das Kommende, pizzicato kurz und knackig, dabei in rasantem Unisono vorgetragen. Auch der Jazzstandard "Bye Bye Blackbird" erklang gezupft, mit beschwingtem Drive. Ein groovendes Stück aus der Feder von Jonas Hoenig selbst, nach dem kleptomanischen Zwerg aus der Romanserie "Artemis Fowl" "Mulch Diggums" betitelt, fuhr mit seiner beständig wechselnden Führungsstimme und den steten fröhlich einander haschenden Imitationen den Zuhörern unweigerlich in die Füße.

Eine ganz andere Facette seines kompositorischen Könnens präsentierte Jonas Hoenig mit seiner Version des Beatleshits "Yesterday", einer einfühlsamen Studie, die das thematische Material immer wieder stark variiert aufscheinen lässt. Mit dem von Jonas Hoenig komponierten "Le Maillot Jaune", auf das gelbe Trikot der Radrennfahrer anspielend, bewiesen die beiden Kontrabassisten nochmals ihre sensationelle Fingerfertigkeit auf ihren Instrumenten. Und mit Stevie Wonders "Isn’t She Lovely" als krönendem Abschluss beendeten sie das Konzertprogramm.