Zeitung in der Schule

Von Nord nach Süd, von Ost nach West – Mein Freund der Wandergeselle

Henry Axtmann, Klasse 4a, Staufenberg-Schule, Durbach

Von Henry Axtmann, Klasse 4a, Staufenberg-Schule & Durbach

Di, 30. November 2021 um 16:07 Uhr

Zisch-Texte

Zisch- Reporter Henry Axtmann aus der Klasse 4a der Staufenberg-Schule in Durbach im Interview mit dem reisenden Wandergesellen Jorge Pries , der gerade bei Henry zu Hause wohnt.

Zisch: Wie lange bist du schon auf der Wanderschaft?
Pries: Im November bin ich ein Jahr unterwegs.

Zisch: Wie lange ist man insgesamt auf der Wanderschaft?
Pries: Eine traditionelle Wanderschaft, auch Walz genannt, geht mindestens drei Jahre und einen Tag.

Zisch: Was machst du genau auf der Walz?
Pries: Auf der Walz reist man als Handwerker, zum Beispiel wie ich als Zimmermann, von Ort zu Ort in Deutschland oder im Ausland.

Zisch: Woher kommst du eigentlich?
Pries: Ursprünglich komme ich aus einer Stadt im Norden von Schleswig-Holstein.

Zisch: Arbeitest du täglich in einer Zimmerei?
Pries: Nein, aber wenn ich länger an einem Ort bin, suche ich mir eine passende Arbeit als Zimmerer. Dort arbeite ich in der Regel acht Stunden am Tag.

Zisch: Wie kommst du von einem Ort zum anderen?
Pries: Wir reisen möglichst kostengünstig von einem Ort zum anderen. Wir gehen viel zu Fuß oder trampen. Um ins Ausland zu kommen, nutzen wir auch ausnahmsweise das Flugzeug.

Zisch: Was trägst du für eine besondere Kleidung?
Pries: Das was ich anhabe, ist eine traditionelle Kluft des Zimmermanns. Eine schwarze Cordhose mit einem Schlag unten, außerdem eine schwarze Weste aus Cord und ein schwarzes Cordjackett. Darunter habe ich ein weißes Hemd an, welches man Staude nennt.

Zisch: Warum hast du diese Knöpfe an deiner Weste?
Pries: Das sind acht Knöpfe an der Weste, welche für die acht Arbeitsstunden am Tag stehen. An meinem Jackett habe ich sechs Knöpfe, für die sechs Tage Arbeit in der Woche. Die kleineren Knöpfe an den Ärmeln des Jacketts haben auch eine Bedeutung, diese stehen jeweils für drei Lehrjahre und drei Reisejahre.

Zisch: Was darfst du auf die Wanderschaft mitnehmen?
Pries: Wir haben so wenig Gepäck wie möglich dabei. Unsere Gepäckstücke wickeln wir in den sogenannten Charlottenburger ein. Das sind kleine Tücher, die wir dann zu einem größeren Bündel binden. Zusätzlich habe ich noch meinen Stenz, das ist ein Wanderstock.

Zisch: Reist du immer alleine?
Pries: Gerade bin ich alleine, aber das ändert sich immer wieder, wenn man zum Beispiel jemanden trifft, der die gleichen Reiseziele hat. Dann geht man einen Teil des Reiseweges gemeinsam.

Zisch: Warum bist du auf die Walz gegangen?
Preis: Ich finde es toll, die Welt zu bereisen und mich dabei beruflich weiterzuentwickeln. Und natürlich ist es mir wichtig, dass diese alte Tradition der Wanderschaft nicht ausstirbt.