Corona-Verordnung

Wer aus der Schweiz zum Einkaufen kommt, muss in Quarantäne

Andreas Gerber

Von Andreas Gerber

So, 17. Januar 2021 um 15:22 Uhr

Kreis Waldshut

Wer quarantänefrei aus der Schweiz nach Baden-Württemberg will, muss einen triftigen Grund haben. Auch die Reparatur des Autos zählt dazu. – Pakete abholen hingegen nicht. Ein paar Beispiele.

Die Corona-Verordnung ist ein fruchtbarer Nährboden für allerlei Diskussionen und Fragen: Was ist in diesem speziellen Fall eigentlich erlaubt, was ist in jenem anderen Fall verboten? Wir haben uns drei Einzelfragen zur Einreise nach Baden-Württemberg vorgenommen, die uns häufig gestellt werden: Dürfen Einreisende aus der Schweiz ihr Auto in eine Bad Säckinger Reparaturwerkstätte bringen, dürfen sie eigentlich zum Optiker in die Innenstadt, und wie steht es mit der Abholung im Paketshop zum Beispiel in Laufenburg?

Triftiger Grund muss vorliegen

Grundsätzlich heißt es für die Einreise aus einem Risikogebiet: Wer quarantänefrei nach Baden-Württemberg will, muss einen triftigen Grund haben. Konkret sagt die Landesverordnung: Die quarantänefreie Einreise bei einem bis zu 24-stündigen Aufenthalt in Baden-Württemberg ist nur gestattet, wenn die Einreise nicht überwiegend aus touristischen Gründen oder zu Zwecken des Einkaufs erfolgt. Was heißt das nun für die konkreten Fälle? Wir haben beim städtischen Rechtsamt im Bad Säckinger Rathaus und beim Landratsamt in Waldshut nachgefragt.

Darf ein Schweizer sein Auto in einer deutschen Werkstatt reparieren lassen? Die Antwort lautet: Ja. Aber dies gilt nur für Reparatur oder Inspektion. Denn die Verordnung zur Einreise-Quarantäne verbietet den Bewohnern der grenznahen Kantone die quarantänefreie Einreise zum Zwecke des Einkaufs. Auf die Kfz-Werkstätten bezogen bedeutet dies, dass Schweizer Bürger zum Kauf von Winterreifen oder gar zum Kauf eines Autos nicht nach Baden-Württemberg einreisen dürfen. Sonst würde eine zehntägige Quarantänepflicht entstehen. Somit dürfen deutsche Werkstätten nur für Reparaturen oder geplante Inspektionen besucht werden, denn beides werde nicht als "Einkauf" gewertet, sagen die Fachleute in den Behörden.

Pakete abholen gilt als "einkaufen"

Dürfen Schweizer ihre Bestellungen beim Paketshop abholen? Nein, die Abholung eine Paketes im Paketshop ist nicht ohne Quarantäne möglich. Konkret heißt das: Eidgenossen, die sich bestellte Waren an einen Paketshop in Bad Säckingen, Laufenburg oder zum Beispiel Waldshut schicken lassen, dürfen sie dort nicht abholen, ohne anschließend in zehntägige Quarantäne zu müssen. Denn laut Behördenangaben fällt dieser Vorgang unter den Begriff "einkaufen". Ausnahme: Wer ein Postfach in Deutschland hat, kann es ohne Quarantänefolge leeren.

Ist ein Besuch beim Optiker erlaubt? Für den Optiker gilt im Prinzip dieselbe Regelung wie für den Besuch in der Autoreparaturwerkstatt, sagen die Behörden. Reparaturen einer Brille sind erlaubt, dafür darf man einreisen und den Optiker besuchen. Aber: Der Neukauf von Brillen und Kontaktlinsen ist nicht zulässig.

Diese Regelungen gelten natürlich für alle, die aus einem Risikogebiet einreisen. Also auch jene Deutschen, die trotz Corona-Warnungen in der Schweiz zum Skifahren waren. Auch für diese Rückreisenden gilt grundsätzlich eine Quarantäne von zehn Tagen.

Hinzu kommt noch: Zusätzlich besteht nun auch eine Pflicht, bei der Einreise einen Test zu machen. Das kann man schon binnen 48 Stunden vor der Einreise erledigen, spätestens aber unmittelbar nach der Einreise. Frühestens nach fünf Tagen kann die Quarantäne mit einem zweiten negativen Test beendet werden. Mit einem PCR-Test kann man die Quarantäne nicht umgehen.
Triftige Gründe: Wenn triftige Gründe vorliegen, ist der Grenzübertritt nach Baden-Württemberg ohne Quarantäne möglich. Dazu zählen Berufspendler, der Schulbesuch, aber auch Menschen, die ihren Ehepartner oder Lebensgefährten oder das getrennt lebende Kind besuchen wollen.