Vorstoß einer Ratsmehrheit

Wie Kultur, Handel und Tourismus in Freiburg wiederbelebt werden könnten

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Mo, 29. März 2021 um 12:37 Uhr

Freiburg

Eine Ratsmehrheit will in Freiburg Geld in die Hand nehmen und legt eine Liste mit Vorschlägen vor, wie in Freiburg Kultur, Handel und Tourismus wiederbelebt werden könnten.

Ein neues Freiburg-Festival, mehr Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen, kostenlose Fahrten in Bussen und Straßenbahnen an vier Samstagen, ein runder Tisch für die Kultur, Pop-Stores und Künstler in leerstehenden Läden, kommerzielle Veranstaltungen auch auf öffentlichen Plätzen – fünf Ratsfraktionen haben einen langen Katalog an Maßnahmen vorgelegt. Diese sollen mithelfen, wenn wieder Öffnungen und Veranstaltungen möglich, die Stadt schnellstmöglich wiederzubeleben.

Den Antrag unterzeichnet haben SPD/Kulturliste, CDU, JUPI, FDP/Bürger für Freiburg und Freie Wähler. Die fünf Fraktionen kommen zusammen auf 25 von 48 Stimmen im Freiburg Gemeinderat. "Wir müssen ein Signal für Handel, Kultur und Tourismus setzen", sagt Gastronom und Stadtrat Christoph Glück (FDP/BFF). Es sei Aufgabe der Kommune, Maßnahmen zu ergreifen, die kurz-, mittel- und langfristig positive Effekte auslösen und zu einer schnellen "Genesung" der hart getroffenen Branchen beitragen können, heißt es in dem Antrag der Ratsmehrheit.

Gefordert werden unter anderem:

– Das kurzfristige Einberufen eines Runden Tisches mit allen Verantwortlichen und Beteiligten im Kultursektor
- Die Stabsstelle Veranstaltungsmanagent soll wieder installiert werden. Gegebenenfalls könnte der neue Innenstadt-Koordinator entsprechende Aufgaben mit übernehmen oder in die Stabsstelle eingebunden werden

- "Pandemiegerechte Öffnungsmaßnahmen" sowie Erstellen einer Matrix zum Durchführen von corona-konformen Veranstaltungen mit Konzept für Hygienevorgaben, Schnelltests, medizinischem Personal.

- Die Praxis für die Genehmigung von Veranstaltungen im öffentlichen Raum, für die Eintritt verlangt wird, soll geändert werden. Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen sollen auch für kommerzielle Veranstalter möglich sein.

- Kultur, Handel und Tourismus sollen besser verzahnt werden, auch über ein Kultur-Werbekonzept.

- Ein zentrales klimaneutrales "Freiburger Festival der Künste" soll Leuchtturmprojekt werden, auch mit internationalen Künstlern.

- Die touristische Restart-Kampagne soll regional um einer Werbekampagne zur Wiedereröffnung des Einzelhandels ergänzt werden.

- Als Sofortmaßnahme soll an vier Samstagen in diesem Jahr kostenloser öffentlicher Nahverkehr angeboten werden.

- Die FWTM soll eine Homepage erstellen mit allen in der Stadt angebotenen Dienstleistungen To-Go, Click & Collect sowie Lieferdiensten.

-Vorgeschlagen wird eine "wohlwollende Erteilung von Sondernutzungen" für kulturelle Veranstaltungen, 2021 und 2022 ohne Sondernutzungsgebühr.

- Shopping-Tickets sollen angeboten werden, damit Stadtbesucherinnen und -besucher von den Park-and-Ride-Plätzen in die Stadt fahren können. Neue P+R-Plätze könnten im Bereich Messe/SC-Stadion entstehen.

- Leerstehende Läden könnten angemietet und für Pop-up-Stores der Ausstellungsflächen für Freiburger Künstlerinnen und -künstler genutzt werden.

– Beim Tourismus soll sich sich die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM) intensiver mit der Schwarzwald Tourismus GmbH, der industrie- und Handelskammer und weiteren Partnern vernetzen.

- Das Tourismuskonzept soll umgesetzt werden und der Markenprozess für die Destination Freiburg zügig abgeschlossen werden. Für das Umsetzen der Konzepte müssten der FWTM entsprechende Mittel zur Verfügung gestellt werden.