Nach dem Sieg des Kapitals

René Zipperlen

Von René Zipperlen

So, 27. Mai 2018

Wirtschaft

Der Sonntag 200 Jahre Karl Marx: Was hat uns der Wirtschaftstheoretiker heute noch zu sagen?.

Um 1990 schien sich Karl Marx erledigt zu haben: Sozialismus und Kommunismus lagen am Boden. Dann kam die Finanzkrise und Begriffe wie Ungleichheit, Ausbeutung, Unterdrückung sind wieder aktuell. Hat uns Marx wieder etwas zu sagen? Klaus Riexinger und René Zipperlen haben Ökonomen und Soziologen gebeten, drei Kernthesen zu kommentieren.

Konzentrationsthese
Einige wenige Unternehmen teilen den Markt unter sich auf.

Vor dem Hintergrund, wie in Deutschland der Mittelstand funktioniert, kann man diese These bezweifeln. Die Mittelständler haben den Vorteil, dass sie als Zulieferer oder als Konsumguterzeuger flexibler sind als Konzerne. International gibt es aber die Tendenz, nach Größe zu streben – um mehr Macht am Markt und in der Politik zu haben. Auf der anderen Seite gibt es eine Produktvariabilität, die häufig im Wettbewerb entsteht. Etwa wenn jemand eine gute Idee hat, dafür Kapital hat oder einsammelt und damit was Neues macht.

Verelendungsthese
Unter dem Kapitalismus verelendet die Arbeiterklasse. Heute beuten Industriestaaten die Dritte Welt aus.

Manche sagen: Trotz prekärer Arbeitsverhältnisse geht es den Leuten in Dritt-Welt-Ländern besser als vorher. Ich finde das nicht so überzeugend. Denn in der Dritten Welt findet dennoch eine Ausbeutung statt, die zu einer Art von Verelendung führen kann. Das drückt sich darin aus, dass der Abstand zwischen wohlhabenden und armen Ländern größer wird. Der Hunger hat in Teilen der Welt zwar abgenommen. Aber der Abstand zu denen, die das große Geld machen, ist eher gestiegen. Da spricht man von einer relativen Verelendung. Das gibt es auch bei uns. Die Neoliberalen sagen über ...

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