Fasnet in Südbaden

30000 Besucher feiern beim Treffen der Althistorischen Narrenzunft in Offenburg

Hubert Röderer

Von Hubert Röderer

Mo, 18. Februar 2019 um 11:45 Uhr

Offenburg

BZ-Plus Bei der Premiere des Narrentages 1978 marschierten gerade einmal zwölf Zünfte durch die Stadt. Am Sonntag schien der Zug der Masken, Musikkapellen und Guggemusiken kein Ende zu nehmen – vor Zehntausenden Zuschauern.

Was für ein Narrenwochenende! Bereits der 41. Offenburger Narrentag am Samstag wurde bei Frühlingstemperaturen von einer Zuschauerwoge heimgesucht. Die ebbte nicht ab, als der Mammutnarrenbaum gestellt wurde und der Nachmittag in eine halbe "Freinacht" überging, wobei die natürlich nichts mit "kostenlos" zu tun hatte, sondern mit verkürzter Sperrzeit. Und dann erst der Sonntag: Bestimmt Zehntausende standen beim Treffen der Althistorischen Narrenzunft zum 175. Geburtstag an den Straßen und jubelten den Gast- und lokalen Zünften zu. Manche mit einem Eis in der Hand.

Der Narrentag
Es wäre sogar schon der 42. Narrentag gewesen, doch 1991 wurde die Fasent wegen des Golfkrieges kurzerhand – bei durchaus heftigem Widerspruch – abgesagt: Doch Krieg, der trotz großer Entfernung gefühlsmäßig so nah war, und ausgelassene Fasent, sagte sich die Mehrheit, passen einfach nicht zusammen. Der Popularität des Narrentages gab dies keinen Knacks, im Gegenteil: Wohl nie in der Geschichte des Narrentags gab es jemals mehr Publikum als am Samstag, bei gleichem Programm. Allerdings war es sehr verlockend, an einem 16. Februar nachmittags um 15 Uhr bei milden 14 Grad ins Städtle zu gehen. Auch die Eisdielenbesitzer genossen den warmen Regen für die Kasse, erst recht die Lokale. Selbst um 20 Uhr noch saßen Leute draußen vor der Tür.

Die Narretei galt quasi als Balsam für die Wunden der noch nicht recht verdauten Kommunalreform
Wer erinnert sich noch an die Premiere des Narrentages 1978? Gerade mal zwölf Zünfte marschierten durchs Städtle. "Es war ein Riesenexperiment, das der damalige Bürgermeister Hansjörg Englert ins Leben gerufen hat, zusammen mit seinem Amtsleiter Helmut Honold", weiß Jess Haberer. Das Experiment: Man wollte den Kernstadtbürgern zeigen, was es für tolle Ortsteilzünfte gibt – und umgekehrt. Die Narretei quasi als Balsam für die Wunden der noch nicht recht verdauten Kommunalreform: zu zeigen, dass man eine Einheit ist.
Fotos: ...

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