667 875 neue Impfdosen für die Länder

dpa

Von dpa

Fr, 08. Januar 2021

Deutschland

Kreisimpfzentren im Südwesten öffnen aber später.

Die Corona-Massenimpfung geht in Deutschland an diesem Freitag mit der Lieferung neuer Impfdosen in sechsstelliger Größenordnung weiter. Vom bisher einzigen in Europa verfügbaren Impfstoff des Herstellers Biontech sollen die Länder 667 875 Dosen erhalten, teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Die Lieferung erfolge über Biontech direkt an die 27 Anlieferzentren der Länder. Den größten Anteil erhält das bevölkerungsreichste Bundesland NRW mit 141 375 Dosen, den kleinsten Bremen mit 4875. Baden-Württemberg bekommt 82 875 Dosen.

Das am Vortag zugelassene Serum des US-Herstellers Moderna soll hierzulande kommende Woche erstmals in begrenztem Umfang geliefert werden. Zudem haben der Pharmakonzern Bayer und das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac eine Kooperation geschlossen, so dass der Curevac-Impfstoff möglichst ab dem dritten Quartal eingesetzt werden kann.

10 000 Menschen im Land wollen in Impfzentrum helfen

Die anhaltenden Engpässe bei der Impfstofflieferung bringen derweil den Zeitplan der baden-württembergischen Impfkampagne durcheinander. In den geplanten 50 Kreisimpfzentren (KIZ) werden die ersten Spritzen nicht am 15. Januar, sondern vom 22. Januar an aufgezogen. "Grund hierfür sind die Impfstofflieferungen durch den Bund", so das Gesundheitsministerium in Stuttgart. Das Land habe bisher 170 000 Impfdosen erhalten, die alle aufgezogen oder verplant seien. Nach der nächsten Lieferung gebe es erst am 18. Januar wieder Impfstoff vom Bund, der anteilig den Kreisimpfzentren zur Verfügung gestellt werden soll. "Es ist nicht möglich und auch nicht sinnvoll, diesen Impfstoff eine Woche lang bis zum Start der Kreisimpfzentren zu bunkern", sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne). "Wir haben immer gesagt: Jede Impfdosis, die hier ankommt, wird auch sofort verimpft." Es ergebe daher keinen Sinn, die Infrastruktur in den Kreisimpfzentren hochzufahren, wenn kein Impfstoff zur Verfügung stehe.

Für einen Einsatz als Helfer in Impfzentren haben sich mehr als 10 000 Menschen in Baden-Württemberg gemeldet. Das sei überwältigend und zeige die Hilfsbereitschaft, sagte Regierungspräsidentin Sylvia Felder in Karlsruhe. Die vier Regierungspräsidien koordinieren die Meldungen und leiten diese an die Betreiber der örtlich zuständigen Impfzentren weiter.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten derweil 26 391 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. 1070 neue Todesfälle wurden verzeichnet.