Naturalie

Brennende Schärfe: der Rettich

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Sa, 21. September 2019 um 11:33 Uhr

Gesundheit & Ernährung

Während kaum ein Asiate mit der Wimper zuckt, wenn ihm Curry die halbe Zunge wegbrennt, stehen die Menschen hierzulande mit Schärfe auf Kriegsfuß: Wenn überhaupt, dann bitte nur ein Hauch, ja?

Solche Kandidaten brauchen nicht mal in die Nähe des Rettichs zu kommen. Dessen enorm hoher Gehalt an Senfölen sorgt nämlich für den herrlich würzigen Geschmack und ein wunderbar scharfes Brennen auf der Zunge und am Gaumen.

Wobei die Sortenvielfalt des ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammenden Kreuzblütengewächses durchaus auch Varianten für die zarteren Gemüter bereithält. Die verzichten dann aber auf zahlreiche Wirkungen des fett- und kalorienarmen Rettichs: Die Senfölglykoside und Bitterstoffe fördern die Galleproduktion und sorgen für eine reibungslose Verdauung. Darüber hinaus helfen sie, Schleim in den Atemwegen zu lösen und wirken antibiotisch.

Bei Gicht und Rheuma soll der Verzehr von Rettich die Gelenkschmerzen lindern können. Vitamintechnisch ist das weiße bis dunkelrote Wurzelgemüse eher im Mittelfeld unterwegs, nennenswert sind Vitamin C und einige B-Vitamine. Deutlich besser sieht es bei den Mineralstoffen und Spurenelementen aus: Magnesium, Kalzium, Kalium, Natrium und Eisen stecken im scharfen Rettichfleisch.

Das isst man am besten wie den – übrigens nicht verwandten – Meerrettich: geraspelt oder dünn geschnitten auf Brote, in Salaten und Soßen. Wer wirklich sehr wehleidig ist, salzt den Rettich, das entzieht ihm neben der Flüssigkeit auch die Scharfmacher.