Studie des Basler Unispitals

Das Malariamittel Hydroxychloroquin wirkt nicht gegen Covid-19

sda

Von sda

Fr, 10. Juli 2020 um 15:38 Uhr

Basel

Für Trump und Bolsonaro ist Hydroxychloroquin ein Hoffnungsträger bei Covid-19-Behandlungen. Eine Basler Studie belegt aber, dass das Malariamittel keine Wirkung hat.

Eine seit Februar laufende Studie der Uni und des Unispitals Basel (USB) mit Patienten, die schwer an Covid-19 erkrankt sind, bestätigt die Wirkungslosigkeit des zeitweise als Hoffnungsträger bei Covid-19-Behandlungen gehandelten und von US-Präsident Donald Trump und seinem brasilianischen Kollegen Jair Bolsonaro als solchem empfohlenen Malariamittel Hydroxychloroquin und des Aids-Medikamentes Lopinavir, teilte das USB mit.

Die Forschungsgruppe Infektiologie habe untersucht, wie sich die durch Coronavirus verursachte Entzündung auf die Konzentration von Medikamenten im Blut auswirkt. Die Forschungsgruppe habe aus den Werten errechnet, wie hoch die Konzentration von Lopinavir und Hydroxychloroquin in der Lunge gewesen sein muss, also am Ort der Infektion. Laut der Ergebnisse sei es unwahrscheinlich, dass beide Medikamente dort ausreichende Konzentrationen erreichten, um die Virusvermehrung in der Lunge zu hemmen, heißt es.

Auffassung der WHO bestätigt

Die im Fachblatt "Antimicrobial Agents and Chemotherapy" veröffentlichte Studie bestätigt die Auffassung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Diese hat am 4. Juli entschieden, Versuche mit Hydroxychloroquin und Lopinavir in Sachen Covid-19 einzustellen. Die Basler Studie erkläre nun, warum die Mittel nicht wirken, lässt das USB wissen.