Wein, Genuss, Musik im Freien

Der Offenburger Marktplatz wird zur Open-Air-Weinprobierstube

Heidi Ast

Von Heidi Ast

Mo, 27. Juli 2020 um 19:23 Uhr

Gastronomie

210 Personen haben an einer großen Weinprobe aller Offenburger Weinmacher coronabedingt im Freien teilgenommen. Die Premiere weckte den Wunsch nach mehr.

"Diese Veranstaltung ist auf keinen Fall ein Ersatz für das jährliche Offenburger Weinfest", stellte Stefan Schürlein, Abteilungsleiter Stadtmarketing Offenburg, eingangs gleich klar. Die coronakonforme Weinprobe, die am Donnerstag auf dem Marktplatz stattfand, sei vielmehr aus der Idee geboren, dieser veranstaltungslosen Zeit sinnvolle Alternativen abzuringen – bei den bekannt erschwerten Bedingungen, die es eigentlich fast unmöglich erscheinen lässt, größere Events auf die Beine zu stellen.

Das Stadtmarketing als Ideenschmiede für Alternativkonzepte

Doch bereits bei der Etablierung des Offenburger Autokinos neulich wurde effizient und in Höchstgeschwindigkeit ein Konzept mit den beteiligten Firmen und der Stadt umgesetzt. Und auch bei dieser besonderen Weinprobe zahlte sich die gute Kommunikation zwischen den Winzern der Region und der Stadtverwaltung aus.

Bereits nach einer Wochen waren die 210 Tickets vergriffen

Rund drei Wochen vor dem angesetzten Termin erschien die Ankündigung, Karten für den Abend waren nur nach vorheriger Anmeldung zu erhalten. Bereits nach einer Woche hatte man 210 Tickets verkauft. Man wusste also, mit welcher Personenanzahl und Gruppengröße zu rechnen war. Kuschelige Sitzgruppen wurden aufgestellt, dekorativ dazwischen alte Schubkarren, die ihre aktive Zeit bei den Technischen Betrieben Offenburg (TBO) schon lange hinter sich hatten, liebevoll mit Blumen und Kräutern bestückt. Ein ansprechendes, stilvolles, aber bodenständiges Ambiente bei absolut freundlichem Juli-Wetter.

Die Offenburger Weinmacher zeigten sich von ihrer besten Seite

Insgesamt sieben Weingüter und Winzergenossenschaften präsentierten jeweils einen ihrer 2019-er-Weine oder Sekt. Mit einem Riesling-Sekt machte Stefan Huschle vom Weingut Freiherr vom Frankenstein den Anfang. Es folgten ein Riesling – oder Klingelberger, wie er in den Weinbaugemeinden bei Offenburg heißt –, ein Müller-Thurgau und Chardonnay vom Familienweingut Renner, der WG Rammersweier und der Ortenauer Weinkellerei (OWK) von Edeka. Die jeweiligen Vertreter der Weinbaubetriebe wurden, sympathisch und um keine Antwort verlegen, von der aus Berghaupten stammenden Badischen Weinprinzessin Hanna Mußler auf einer Bühne präsentiert. So konnten Stefan Huschle und seine Kollegen Matthias Renner (Weingut Renner), Georg Lehmann (WG Rammersweier), Johannes Jäger (OWK), Forian Streif (Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg), Jochen Basler (Weingut PieperBasler) und Matthias Wolf (Weingut Schloss Ortenberg) ein wichtiges Maß an Informationen geben – zum Wein und zur eigenen Geschichte.

Jenny Jahnz und Sandra Schwörer fügten dem Gaumengenuss noch einen Ohrenschmaus hinzu

"I will walk 500 Miles": so einer der Songs, den das Frauen-Duo "Schwörer Spirits & Music" an diesem Abend mit warmem Timbre zu Gitarre und kleiner Schlagzeugvariante intonierte. Eine nicht ganz so lange Strecke legten die Winzer an diesem Abend dann auch zwischen den einzelnen Tischgruppen zurück, um die jeweiligen Weine kurz vor der Besprechung zur Verkostung einzuschenken. Die musikalische Untermalung von Jenny Jahnz aus Ettenheim (Gitarre) und Sandra Schwörer aus Hornberg, selbst Brennmeisterin und Edelbrandsommelière, fügten dem Gaumengenuss noch einen schmeichelnden Ohrenschmaus hinzu.

Über einen sommerfrischen, trockenen Spätburgunder Rosé der Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg und einen leichten und fruchtigen Spätburgunder von Pieper-Basler kam mit einer Scheurebe-Spätlese des Weinguts Schloss Ortenberg das Finale. Auch hier gab es, vor einem altersmäßig völlig gemischten Publikum, noch so manche Anekdote zu dem jeweiligen Wein. Gäste und beteiligte Winzer waren sich einig, dass diese Veranstaltung in Zukunft unbedingt wiederholt werden sollte.