Gefährliche Plagegeister

Die Tigermücke konnte in Weil am Rhein erfolgreich zurückgedrängt werden

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 30. Oktober 2020 um 09:56 Uhr

Weil am Rhein

Zwar sind die noch Tiere aktiv, aber schon jetzt zieht die Stadt Weil am Rhein eine positive Bilanz. Die Fallen und das Vernichten potenzieller Brutstätten helfen gegen die Verbreitung der Tigermücke.

Die Bekämpfung der Tigermücke in der Stadt Weil am Rhein zeigt Wirkung, das stellt die Stadtverwaltung zum Ende der Tigermücken-Saison in einer Mitteilung fest. Die letzten Tiere seien zwar noch aktiv, sie legten aber mit zunehmend kälter werdender Witterung ihre Eier zur Überwinterung ab. Der mit der Bekämpfung der asiatischen Tigermücke von der Stadt beauftragte Biologe Manuel Striegel ist zufrieden mit der Bilanz des Sommers.

"Wir konnten die Tigermücken in Friedlingen zwar nicht komplett beseitigen, immerhin aber eindämmen. An einigen Orten konnten wir gar keine Mücken nachweisen", erklärt Manuel Striegel. Unter seiner Leitung war das Bekämpfungsteam im Einsatz, das im Auftrag der Stadt Fallen kontrolliert, nach potenziellen Brutstätten Ausschau gehalten und diese beseitigt hat.

Die Mückenart kann schwere Krankheiten übertragen

Es habe zwar einige Hotspots gegeben, schildert er, an denen eine deutliche Belästigung spürbar war. Insgesamt betrachtet, sei der Stechdruck dieses Jahr aber relativ gering gewesen. Dies sei auf die aktiven Bekämpfungsmaßnahmen zurückzuführen. Ausdrücklich dankt er in dem Zusammenhang allen, die dabei mitgeholfen hatten. Er ist überzeugt davon, dass der deutliche Erfolg "der Mitarbeit der Bürgerinnen und Bürger zu verdanken" ist.

Konkrete Funde der Mückenart, die deshalb gefürchtet ist, weil sie anders als einheimische Stechmücken schwere Krankheiten übertragen kann, gab es in der Lustgartenstraße. Außerhalb Friedlingens seien in der Leopold-, Hinterdorf-, Hebel- und Reblistraße weitere Exemplare entdeckt worden, heißt es in der Mitteilung weiter. Damit habe sich das Bekämpfungsgebiet also Richtung Gartenstadt und Altweil ausgedehnt.

Im Frühjahr werden neue Larven schlüpfen

Auch die Gärten zwischen Kernstadt und Otterbach sowie in der Leimgrubenstraße wurden von den Teams ausgiebig inspiziert, es wurden jedoch keine Funde gemacht, hält die Pressemitteilung fest. Ebenso seien die Gärten am Tüllinger oberhalb des Friedhofs offensichtlich bisher frei von der exotischen Stechmückenart geblieben.

Für den Biologen gibt es jedoch noch keinen Grund zur Entwarnung, auch wenn es jetzt jahreszeitbedingt erst einmal ruhiger wird um die Tigermücke. Denn mit dem Frühjahr werden wieder neue Larven schlüpfen. Um Ausbreitungsherde zu vermeiden, werden alle Bürgerinnen und Bürger gebeten, auch über die kalte Jahreszeit ihre Außenanlagen wie Höfe, Garagen, Hütten und Gärten "tigermückendicht" zu machen. Das bedeutet: Nicht nur Regenwassertonnen sollten mit Netzen abgedeckt sein, sondern generell seien alle unnötigen Wasseransammlungen zu vermeiden. Benutzte Gerätschaften wie Blumenuntersetzer, Eimer oder Gießkannen sollten gereinigt und unters Dach gestellt werden. Jegliches stehendes Wasser lädt Tigermückenweibchen zur Eiablage ein. Anders sieht es nur mit Wasserflächen aus, die in Bewegung bleiben.