Gastronomie

Ein venezianischer Holzmotorsegler ist der Hingucker in Kläsles Hafenhalle

Julius Steckmeister

Von Julius Steckmeister

Do, 29. Juli 2021 um 17:47 Uhr

Gastronomie

Aus der Eventhalle am Rhein wurde in wenigen Monaten Umbauzeit Kläsles Hafenhalle. Mit dem neuen Konzept möchte Gastronom Wilhelm Kläsle alte Stammgäste zurück- und neue hinzugewinnen.

Neben Speisen aus Kläsles Küche stehen dort auch Veranstaltungen wie Konzerte mit DJ oder Cocktail-Abende auf dem Programm, wenn es die Pandemiesituation zulässt. Stylisch und urgemütlich kommt die maritim angehauchte Einrichtung daher.

Im Jahre 2013 öffnete Kläsles Eventhalle ihre Pforten. Der gut 300 Quadratmeter große und unmittelbar am Rheinufer gelegene Saal mit Panoramafenstern und großer Flussterrasse war als Ergänzung zum nebenan gelegenen Restaurant gedacht, welches über deutlich kleinere Veranstaltungsräume verfügt. Mit Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 sei das Event-Geschäft (Hochzeiten, Geburtstage, Firmenfeiern und Vortrags- und Seminarveranstaltungen) komplett weggebrochen, blickt Wilhelm Kläsle auf das vergangene Jahr und seine gravierenden Folgen auch und gerade für die Gastronomie zurück.

Betrieb unter Corona-Bedingungen
Die Schockstarre dauerte beim Breisacher Wirte-Urgestein – seit 1993 ist Kläsle Gastgeber im damals noch unter dem Namen "Jack Daniels" bekannten Restaurant – jedoch nicht lange. Warum nicht aus der Not eine Tugend machen, dachte sich Kläsle, denn zum einen sucht die Halle mit ihrer Lage am Ufer des Rheins ihres Gleichen. Zum anderen ist das Gebäude mit seiner großen Fläche, der imposanten Raumhöhe von acht Metern, Lüftungstechnik und nicht zuletzt dem weiträumigen Außenbereich für einen gastronomischen Betrieb auch unter Pandemie-Bedingungen bestens geeignet.

Einfach nur ein zweites Kläsles Restaurant zu eröffnen, war dem Betreiber dann aber doch zu wenig. "Ich möchte aus der Hafenhalle ein Kultlokal machen, etwas, das nicht jeder hat und das es nicht überall gibt", betont der Gastronom. Dazu gehört neben der einmaligen Örtlichkeit die ausgefallene Einrichtung, denn der Name ist Programm: An den Wänden und als Raumteiler gibt es rustikale Holzkisten, in denen teils Flaschen, teils Schiffstaue ruhen. Von der Wand lächelt verführerisch die Loreley.

Der größte Hingucker aber, der steht mittendrin: ein 40 Jahre alter, liebevoll restaurierter venezianischer Holzmotorsegler.

Locker gestellt sind die verschiedenen Sitzbereiche vom normalen Esstisch – Höhepunkt sind hier zweifellos die Plätze auf der Empore – über Lounge-Möbel bis zu hohen Stehtischen. Im Gegensatz zum benachbarten Restaurant ist die Küche der Hafenhalle von Mittwoch bis Sonntag durchgängig und bis 22 Uhr geöffnet. Zum Trinken darf derzeit sogar bis 24 Uhr aufs Wasser geguckt werden. Je nach Corona-Lage, sagt Kläsle, seien für Herbst und Winter auch erweiterte Öffnungszeiten geplant.

Erinnerungen ans "Jack Daniels"
Das Speisenkonzept in der Hafenhalle ist ein eher lockeres, ebenso die gesamte Atmosphäre, mit der Wilhelm Kläsle auch ein jüngeres Publikum locken möchte. Aber nicht nur, wie er augenzwinkernd verrät: "Viele alte Stammgäste trauern noch immer um das Jack Daniels", weiß Kläsle über die Freunde der kultigen Musikkneipe, die im Jahre 2014 aufgrund eines Rechtsstreits mit dem gleichnamigen Spirituosenhersteller ihren Namen eingebüßt hatte.

Aktionstage geplant
Ein Stück des Kults von damals, nur eben im neuen Gewand, soll mit der Hafenhalle nun zurück an den Rhein nach Breisach geholt werden. Dazu gehören laut Gastwirt selbstverständlich auch die Aktionstage, die ehedem ins "Jack Daniels" lockten.