Online-Spieleklassiker

Emmendinger Tüftler legen das "Moorhuhn" als Corona-Version neu auf

Felix Lieschke

Von Felix Lieschke

Do, 09. April 2020 um 12:45 Uhr

Emmendingen

Wer derzeit wegen Corona Frust schiebt, kann bei Corona-Moorhuhn Jagd auf Viren machen. Dominic Fischer ist einer der Entwickler. Im Interview erzählt er vom Projekt und gibt Tipps für den Highscore.

Drei Unternehmer aus Emmendingen haben den Spieleklassiker Moorhuhn neu aufgelegt. Anstatt auf Tiere schießt man auf Coronaviren, anstelle einer Waffe hat man reichlich Toilettenpapier. Dominic Fischer war einer der Entwickler.

BZ: Herr Fischer, haben Sie früher viel Moorhuhn gespielt?

Fischer: Meinen Highscore weiß ich leider nicht mehr, aber ich kann mich erinnern, dass ich das Spiel sehr häufig gespielt habe, als es veröffentlicht wurde. Aber es ist schon Jahre her, dass ich es das letzte Mal gespielt habe.

"Vielleicht trägt das Spiel dazu bei, sich etwas zu entspannen."

BZ: Und jetzt dachten Sie sich, das Spiel gehört mal wieder neu aufgelegt?

Fischer: Das ist aus einer spontanen Idee heraus entstanden. In der jetzigen Situation sind sehr viele Projekte abgesagt oder verschoben worden und es herrscht Notstand überall. Ich wollte etwas entwickeln, was die Zeit in der Mittagspause im Homeoffice oder in Quarantäne vielleicht etwas unterhaltsamer gestaltet. Dann hatte ich mich wieder daran erinnert, wie viel Spaß mir das Moorhuhn-Spiel damals gemacht hat. In der jetzigen Situation sind doch alle sehr angespannt, vielleicht trägt das Spiel dazu bei, sich etwas zu entspannen. Zum einen wollten wir zeigen, dass man so ein Projekt relativ schnell verwirklichen kann. Zum anderen, dass man solch eine Zeit nutzen kann, um kreativ zu sein.
Das Spiel : corona-hunter.de

BZ: Was heißt "relativ schnell"? Wie lange hat es gebraucht, das Spiel zu entwickeln?

Fischer: Insgesamt hat es etwa vier Arbeitstage gebraucht. Die erste Idee war an einem Nachmittag entwickelt. Danach ist jeder seiner Spezialität nachgegangen. Ich habe die grafische Entwicklung gemacht, Patrick Michel von M4L Records hat sich um die Soundeffekte gekümmert und Michael Rall hat die Technik gebaut.

"Es hat schon einiges an Hirnschmalz verbraucht."

BZ: Das Spiel sieht relativ einfach aus, wie viel Arbeit steckt tatsächlich dahinter?

Fischer: Die Genialität dahinter ist versteckt. Die Coronaviren bewegen sich auf vier Ebenen durch den Raum, das war eine erste Hürde. Bei den Sounds haben wir darauf geachtet, dass sie zur Thematik passen. Wenn man sein Toilettenpapier auffüllt, gibt es zum Beispiel ein Knüll-Geräusch. Patrick Michel hat alle Soundeffekte in seinem Studio selbst eingespielt. Bei der Programmierung gab es ebenfalls einige Hürden. Damit das Spiel nicht zu langweilig wird, dürfen sich die Viren nicht zu schnell replizieren, Zeitverlängerungen dürfen nicht unendlich sein, Punkte müssen sinnvoll vergeben werden und so weiter. Es hat schon einiges an Hirnschmalz verbraucht.

BZ: Haben Sie Tipps, um die Highscore zu knacken?

Fischer: Ich weiß nicht, ob Sie es schon bemerkt haben, aber hinten im Fenster fliegt immer mal wieder ein großes Virus vorbei. Das bringt ordentlich Punkte. Man sollte möglichst viele Viren am Anfang des Spiel vernichten, da sie da noch schön langsam sind. So hat man am Ende mehr Zeit und mehr Punkte.

BZ: Was ist Ihre persönliche Highscore? Ich habe es bisher auf knapp 3000 Punkte gebracht.

Fischer: Mittlerweile fällt auf, dass auch Spieler außerhalb unseres Teams die Ranglisten nach oben treiben. Wir haben mittlerweile Highscores von mehr als 9000 Punkten. Das hätten wir nicht für möglich gehalten. Da dürfen wir als Entwickler nicht hinten anstehen. Aktuell stehe ich aber erst bei 8320 Punkten. Das war heute in der Mittagspause.
Dominic Fischer (34) leitet das Emmendinger Unternehmen Maqnify, das unter anderem eine App entwickelt hat, um weiterführende Informationen zu den braunen Hinweisschildern auf der Autobahn abrufen zu können. Seit 2012 lebt der Veranstaltungskaufmann und Eventmanager in Emmendingen. Das Spiel hat er zusammen mit dem Komponisten und Soundingenieur Patrick Michel und dem Softwareentwickler Michael Rall entworfen.

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