Gesundheitsstudie

Freiburger und Emmendinger sind dünner als andere Deutsche

Simone Lutz

Von Simone Lutz

Do, 23. Mai 2019 um 18:31 Uhr

Freiburg

Wenn 60 Prozent der Männer und 41 Prozent der Frauen übergewichtig sind – dann ist das ein guter Wert in Deutschland. Auf südbadische Teilnehmer einer großen Gesundheitsstudie trifft er zu.

Seit fünf Jahren läuft in Deutschland eine der größten Gesundheitsstudien weltweit, die NAKO-Studie. Unter den insgesamt 200.000 Teilnehmern sind auch 10.000 aus Freiburg und dem Landkreis Emmendingen.

"Vielleicht hat es ja damit zu tun, dass Freiburg eine Fahrradstadt ist." Karin Michels
Auffallend: Unter diesen sind knapp 60 Prozent der männlichen und 41 Prozent der weiblichen Probanden übergewichtig oder adipös – damit sind sie deutlich dünner als im bundesweiten Durchschnitt, wie die Freiburger Uniklinik mitteilt. "Vielleicht hat es ja damit zu tun, dass Freiburg eine Fahrradstadt ist", sagt Projektleiterin Karin Michels, Direktorin des Instituts für Prävention und Tumorepidemiologie. "Auch in der Fahrradstadt Münster waren die Untersuchten schlanker als im bundesdeutschen Durchschnitt." Weitere Ergebnisse: Fast die Hälfte der südbadischen Probanten leidet unter Allergien, fast ein Drittel schläft nachts weniger als sieben Stunden – und insgesamt elf Prozent haben Tätowierungen.

Studie zieht sich über zehn Jahre hinweg

Die Teilnehmer durchlaufen zwei Fünf-Jahres-Zyklen an Untersuchungen, die zum Teil so gründlich oder neu sind, dass sie noch in keiner Arztpraxis zu finden sind. "Zum Beispiel einen Riechtest, mit dem wir Parkinson auf die Spur kommen wollen, oder einem Hauttest für metabolische Erkrankungen", erläutert Michels. Getestet werden etwa die Greifkraft der Hand, Zucker- und Cholesterinwerte, Bauchfettanteil – und wie sich die Werte im Laufe von zehn Jahren verändern. Bei den 10.000 Freiburger und Emmendinger Probanden wurden dafür insgesamt über 1,1 Millionen Blut-, Speichel-, Nasenabstrich- und Urinproben gesammelt und eingefroren.

Das große Ziel: Die NAKO-Studie soll helfen, die Ursachen für Krankheiten zu suchen, vor allem für Volkskrankheiten wie Diabetes oder Krebs. In Freiburg haben die Forscher aber auch ermittelt, dass 28 Prozent ihrer Teilnehmer über das Restless Legs Syndrom klagen, über Schmerzen in den Beinen und Bewegungsdrang; eine Erkrankung, die das Leben der Betroffenen schwer belastet und bei immer mehr Menschen auftritt. "Ein sensationell hoher Wert", sagt Michels, nun könne man mit der Studie versuchen, die Ursache für die Krankheit zu finden. Die Daten ergaben auch, dass knapp 60 Prozent der männlichen und 41 Prozent der weiblichen Teilnehmer übergewichtig waren; sie liegen damit deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt und dem Mittelwert aller 18 NAKO-Zentren in Deutschland.