US-Forschung

Neues Migräne-Medikament ist wohl doch kein Wundermittel

Michael Brendler

Von Michael Brendler

Do, 19. Juli 2018 um 18:55 Uhr

Gesundheit & Ernährung

BZ-Plus In den USA wurde mit großer Euphorie ein neuer Medikamententyp gegen Migräne zugelassen. Vielen Patienten helfen die derzeit verfügbaren Pillen nicht – doch es gibt neue Hoffnungsträger.

Am Anfang stand ein einfacher Versuch: Bei 16 Frauen und sechs Männern, die mit Migränekopfschmerzen in ihrer Notfall-Ambulanz auftauchten, entnahmen die Neurologen Lars Edvinsson und Peter Goadsby eine Probe aus der Halsvene. Sollte irgendein Stoff hinter dem rätselhaften Leiden stecken, so hatten sich die Wissenschaftler von der Lund Universität in Schweden und vom Prince Henry Hospital im australischen Sidney überlegt, müssten sich im Blut während der Attacke doch Spuren von ihm finden.
1990 veröffentlichten sie in der Fachzeitung Annals of Neurology ihre Ergebnisse. Sie waren nur auf eine einzige Substanz in verdächtigen Konzentrationen gestoßen, ein rätselhaftes Protein aus 37 Aminosäuren, erst ein paar Jahre zuvor zufällig entdeckt: Calcitonin Gene-Related Peptide, kurz CGRP, hatten es die Kollegen getauft, aufgrund seiner engen genetischen Verwandtschaft zum Hormon Kalzitonin. Bei einigen der Patienten ließen Edvinsson und Goadsby, der inzwischen am Londoner King’s College forscht, die Nadel länger liegen. Und spritzten ihnen ein Triptan, ein starkes Migränemedikament. Und siehe da, anschließend waren auch die erhöhten CGRP-Spiegel plötzlich verschwunden.
Botenstoff in die Adern gespritzt
Seitdem hat das wirkmächtige Peptid den Medizinern keine Ruhe mehr gelassen. Viele Attacken, so fanden sie bald heraus, wurden durch eine ansteigende Konzentration im Blut im Vorfeld angekündigt. Und spritzte man symptomlosen ...

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