Problemkeime im Krankenhaus

Michael Brendler

Von Michael Brendler

Mo, 06. September 2010

Gesundheit & Ernährung

900.000 Deutsche fangen sich jährlich gefährliche Klinikkeime ein, weil man es den Bakterien oft zu leicht macht. Die Patienten mit Problemkeimen werden hin und her geschoben.

Herrn Wolf fassen die Ärzte nur noch mit spitzen Fingern an – wenn überhaupt. Und das auch nur, wenn über diese Finger eine Lage Plastikhandschuhe, vor den Bauch ein Kittel und vor den Mund eine Maske gespannt sind. Mit einem gefährlichen Krankenhauskeim ist eben nicht zu spaßen, das hat sich auch in den Kliniken Südbadens herumgesprochen.

Dass sich der 80-Jährige ein solches Bakterium eingefangen hat, verdankt er einer Wirbelsäulenoperation in der kleinen südbadischen Klinik A. So wollen wir sie ersatzweise nennen, weil die Betroffenen weder den eigenen Namen noch den der Hospitäler in der Zeitung lesen wollen. Haut und Hirnhaut wollten sich nach der OP nicht mehr schließen, eine gänseeigroße Beule mit Hirnflüssigkeit wölbte sich am Rücken hervor, und schließlich fanden die Ärzte zu allem Übel auch noch einen MRSA, einen Methicillin-resistenten Staphyloccus Aureus, in der entzündeten Wunde. Einen Eitererreger, dem weder mit Methicillin noch mit den meisten anderen Antbiotika ...

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