Hotzenwald

Herrischrieder Hof öffnet im Mai

Wolfgang Adam

Von Wolfgang Adam

Do, 18. April 2019 um 22:00 Uhr

Gastronomie

Die Obersäckinger Gastronomenfamilie Filippone hat die traditionsreiche Gaststätte in Herrischrieds Ortsmitte saniert.

Für die Obersäckinger Gastronomenfamilie Filippone geht ab Mitte Mai ein lang gehegtes Projekt zu Ende. Unter der Leitung von Natalie Filippone wird im Kernort das schon lange geschlossene Traditionsgasthaus Herrischrieder Hof neu eröffnet. Für die Erneuerung aller Gebäudeteile hat sich die Familie, die seit fast fünf Jahrzehnten die Obersäckinger Pizzeria Da Gabriele führt, viel Zeit genommen.

Und das Ergebnis wird die Kenner der früheren Gasträume überraschen. Mit der Freilegung und Aufarbeitung von altem Mauerwerk und Deckenholz sowie durch die Öffnung der Räume zueinander entstand eine große Restaurantfläche. Auch die mehrräumig angelegte Küche mit einsehbarem Pizzaofen und Spezialholzkohlegrill für die Zubereitung der abruzzesischen Schaffleischspieße – bekannt als Arrosticini – entspricht den Anforderungen an eine moderne Gastronomie. In das Restaurierungsprojekt einbezogen wurde auch der alte Stall, der mit einem ebenfalls rustikalen Mauerwerk-Ambiente in Zukunft als Séparée genutzt werden soll, so die Pläne.

Die Kellerräume des alten Hofes wurden für die Einrichtung eines Weinkellers erneuert. Erhalten geblieben ist der große runde Stammtisch des Herrischrieder Hofs, den Natalie Filippone selber wieder aufgemöbelt hat und der seinen Platz wie früher gleich neben der Eingangstür haben wird.

Natalie Filippone wird in dem Haus neben der St. Zeno-Pfarrkirche schwerpunktmäßig Spezialitäten aus den Abruzzen, der italienischen Heimat ihres Vaters, anbieten. Möglich ist natürlich auch die Bestellung und Abholung von Pizzen. Zum Betriebskonzept gehört noch die Bewirtung auf der überdachten neuen Terrasse vor dem Eingang.

Von Bürgermeister Christof Berger gab es großes Lob für die Gastronomen, die mit viel Liebe die Räume neu gestaltet und auch das außergewöhnliche Bewirtungsangebot geplant hätten. Er zeigte sich auch erleichtert darüber, dass es nach den zurückliegenden Planungsverzögerungen, die für ein Wechselbad der Gefühle sorgten, mit der Wiederbelebung des großen Hauses so gut geklappt hat. "Ich freue mich aber auch, dass die Wirtin und ihre Familie sich einen großen Traum verwirklichen konnten", ergänzte Verwaltungschef Berger mit dem Hinweis, dass es in der Vergangenheit für die Nutzung der Immobilie schon viele gute Ideen gab, deren Umsetzung aber immer wieder scheiterte.

Nach seiner Einschätzung nimmt im Mobilitätszeitalter die Zahl von Durchreisenden wie die Zahl von innovativen Unternehmern, die Büroräume auch für Übergangszeiten mieten wollten, ständig zu.

Dies könnte von dem günstig zwischen Todtmoos und den Talzentren gelegenen Luftkurort Herrischried noch besser genutzt werden. Eine Wiederaufnahme der Gemeinde in das Städtebausanierungsprogramm des Landes könnte dabei hilfreich sein.