Hochschwarzwald

In den Gondeln der Feldbergbahn wird nun Käsefondue serviert

Ralf Morys

Von Ralf Morys

Fr, 24. Mai 2019 um 12:32 Uhr

Gastronomie

"Ein selbstgebauter Batterieblock ersetzt das offene Feuer": Hotelier und Koch Manuel Schwörer spricht über das erste Gondelfondue Deutschlands, das er ab Ende Mai in der Feldbergbahn anbietet.

Das erste Gondelfondue Deutschlands serviert Hotelier Manuel Schwörer am Mittwoch, 29. Mai, am Feldberg in den Kabinen der Feldbergbahn als Käsefondue. Mit wunderschönen Ausblicken über den Hochschwarzwald können die Teilnehmer die Käsespezialität genießen. Die Gondeln werden eigens für den Abend mit Tischen und Beleuchtung ausgestattet. Ralf Morys sprach mit Manuel Schwörer aus Lenzkirch über Ideen, Sicherheit und Logistik für diese deutschlandweite Premiere.

BZ: Wie kamen Sie auf die Idee, in den Gondeln der Feldbergbahn ein Käsefondue anzubieten ?
Schwörer: Ich habe überlegt, was kann man in einer Gondel anbieten. Das Gondelmenü, an dem ich mit fünf befreundeten Köchen beteiligt bin, gibt es schon. Ebenso das Cego-Turnier. Nur Getränke anzubieten, geht nicht. So kam ich auf das Käsefondue. Es wird in Deutschland das erste Käsefondue in einer Bergbahngondel sein. Es ist das erste mit Strom und es ist CO2 frei. Die Batterieblöcke werden von einem Solarpanel geladen.

BZ: Also ohne offenes Feuer, sondern ein mit Strom befeuertes Fondue ?
Schwörer: Anders als in der Schweiz und Österreich, ist in Deutschland in Gondeln kein offenes Feuer erlaubt. Also war eine alternative Wärmequelle gefragt. In der Hotelwerkstatt habe ich einen Batterieblock als Prototyp gebaut, der für Hitze sorgt. Mit ihrem know how hat mich die Firma Faller Stapler unterstützt. Mit dem 60 cm langen, 20 cm breiten und 30 cm hohen sowie mit einer 220 Volt Steckdose ausgestatteten Teil, ging es zur Feldbergbahn. Es passte unter die Gondeltische und an einem Sommerabend 2018 starteten wir den Fondueversuch mit Mitarbeitern der Feldbergbahn. Die waren begeistert und sahen auch alle sicherheitsrelevanten Dinge als erfüllt an.

BZ: Wie lange reicht die Energie aus dem Batterieblock denn aus ?
Schwörer: Ich bin ständig auf der Suche nach Neuem, nicht zuletzt auch wegen des Caterings. So bin ich auf den Hersteller Rommelsbacher gestoßen. Dessen Fonduetöpfe verbrauchen wenig Energie. Die Leistung liegt aber bei 350 Watt und der Stromverbrauch ist niedrig, so dass mein Batterieblock drei Stunden lang Fonduegenuss unter Volllast ermöglicht. Der Hersteller war von der Idee Käsefondue in einer Bergbahn anzubieten begeistert und hat spontan 17 Fonduetöpfe zur Verfügung gestellt. Diese haben einen Deckel und gewährleisten so den in der Gastronomie vorgeschriebenen Spukschutz.

BZ: Wie läuft der Käsefondueabend ab ?
Schwörer: Um 19 Uhr beginnt es, die Gäste werden begrüßt, erhalten einen Aperitif und auf die 15 Gondeln der Feldbergbahn wie eben angemeldet als Vierer-, Fünfer- oder Sechsergruppen verteilt, wo sie an weiß-roten Tischchen platznehmen. Nach einer Leerfahrt wird an der Talstation mit dem Service begonnen. Dazu hat man an der Talstation etwa eine halbe Minute Zeit. Nach jedem Umlauf kann nachgeschenkt und das Fondue aufgefüllt werden.

BZ: Welcher logistische Aufwand steckt dahinter ?
Schwörer: An der Feldbergbahn wird eine komplette Küche benötigt. Vom Catering her ist bei uns alles schon vorhanden. Wir bauen eine Cateringküche mit Herd, Dämpfer, Tellerwärmer, Tellern und Besteck auf. Tische und Bänke stellt die Feldbergbahn.

BZ:
Und personell ?
Schwörer: Das Gros der Vorbereitung erfolgt in unserer Hotelküche, wo wir die Antipasti selbst herstellen. Damit sind rund ein Dutzend Leute beschäftigt. Den Käse, eine spezielle Mischung ohne Zusatzstoffe, beziehen wir von der Schwende. Das alles kommt in den Kühlanhänger und auf geht’s zur Feldbergbahn. Vor Ort werden ein, zwei Köche arbeiten und für den Service sorgen dann im Teamwork drei bis vier Leute vom Hotel und der Feldbergbahn. Wein wird von Florian Kuhn aus Freiburg ausgeschenkt.

BZ: Ist diese besondere Erlebnisgastronomie ausgebucht ?
Schwörer: Es sind noch drei Gondeln frei. Die Teilnehmer sind eine bunte Mischung aus Einheimischen und Feriengästen. Wer es verpasst hat, bekommt eine zweite Chance im Herbst, wenn der Käsefondueabend wiederholt wird.

BZ: Was ist, wenn das typische hochschwarzwälder Festwetter die Feldbergbahn stoppen würde ?
Schwörer: Ein durchgehender dreistündiger Bergbahnbetrieb ist nötig. Sollten Sturmböen dies nicht zulassen, wäre ein kurzfristiges Ausweichen in den Feldbergturm denkbar.
Manuel Schwörer ist gelernter Koch und betreibt in Lenzkirch das Hotel-Restaurant Schwörer.

Tickets für das Gondelfondue gibt es auf bz-ticket.de: Gondelfondue am Feldberg.