Junggesellen und Junggesellinnen sind sehr begehrt

Herbert Frey

Von Herbert Frey

Sa, 21. Mai 2022

Lörrach

Bei der Freisprechungsfeier in Eimeldingen bekam der Handwerksnachwuchs viel Anerkennung / Für die drei Prüfungsbesten gab es eine Auszeichnung.

(hf). "Noch nie waren die Zeiten für das Handwerk so gut", meinte Kreishandwerksmeister Martin Ranz im Rahmen der Freisprechungsfeier für die neuen Junggesellinnen und Junggesellen im Gemeindezentrum G 5 in Eimeldingen. "Ihr seid die Macher der Zukunft", rief er dem Handwerkernachwuchs zu. Er forderte die jungen Leute auf, für das Handwerk zu werben. "Gesucht und begehrt" seien handwerkliche Fachkräfte schon heute, mit der eingeleiteten Klimawende werde sich dies noch verstärken.

Zu den Wintergesellenprüfungen des Handwerks sind im Kreis Lörrach 131 Auszubildende angetreten, von denen 108 die theoretischen und praktischen Aufgaben auch mit Erfolg bewältigten. Sie entband Ranz ganz offiziell von den sechs Ausbildungspflichten, die sie mit dem Abschluss ihres Lehrvertrages eingegangen waren. Die drei Prüfungsbesten erhielten eine besondere Auszeichnung. Mit 93 von 100 möglichen Punkten erzielte Elektroniker Leon Frank von der Firma Elektrotechnik Maxhuni in Zell das beste Ergebnis, gefolgt von Tobias Born (Rümmele GmbH Häg-Ehrsbeg, Elektrotechnik) und Martin Fritsche (Kiefer GmbH Zell, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik) mit jeweils 90 Punkten. Allen Junggesellinnen und Junggesellen gratulierte auch Handwerkskammerpräsident Johannes Ullrich aus Freiburg, der auf die Karrierechancen hinwies, die sich im Handwerk bieten – bis hin zur Übernahme eines Betriebes.

Die drei Prüfungsbesten jedenfalls, das machten sie im Interview mir Martin Ranz deutlich, werden ihrem Handwerk treu bleiben. Sie nehmen für die Zukunft auch den Meisterbrief in den Blick und können sich durchaus vorstellen, sich selbständig zu machen. Im Kreis gebe es jedenfalls viele Handwerksfirmen, die motivierte junge Leute suchen, die Führungsverantwortung übernehmen wollen, versicherte Ranz. Auf die Frage, wie hoch er den Stellenwert des Handwerkes in der Gesellschaft einschätze, meinte Born, dass zwar Anerkennung zu spüren sei, die Arbeit mit den Händen "aber immer noch zu wenig geschätzt wird".

Peter Blubacher, Direktor der Sparkasse Markgräflerland, überreichte an den Prüfungsbesten einen Förderpreis. Er ermutigte auch zur Betriebsgründung: "Wenn das Konzept stimmt, unterstützt die Sparkasse das gerne". Weitere Sponsoren der Veranstaltung, die in festlichem Rahmen über die Bühne ging, verlosten unter allen Freigesprochenen noch Sachpreise, darunter einen Renault Zoe, den der Versorger Naturenergie dem Gewinner Chris Bürgin aus Kandern (Haustechnik Arnold) ein Jahr lang kostenlos zur Verfügung stellt. Sein Handwerk verstand auch Entertainer Tobias Gnacke, der in einem wahren Parforceritt von Elvis bis Udo Lindenberg viele parodierte, die in Rock und Pop einen Namen haben.